Instagram will bei aktuellen Ereignissen wichtiger werden

Facebooks Foto-App Instagram hat ihre Suchfunktion aufpoliert und einen eigenen Bereich für Trends eingeführt.

Außerdem will sich die Fotoplattform als Medium zum Beobachten des Nachrichtengeschehens etablieren. Die Trend-Suche funktioniert zunächst nur für Nutzer in den USA, wie Instagram auf dem Firmenblog mitteilte. Die Funktion soll so getestet und verbessert werden und danach auch in anderen Ländern zur Verfügung stehen. 

Damit können Nutzer und Unternehmen einfacher sehen, zu welchen Themen besonders viele Fotos hochgeladen werden. Die Menschen seien begierig, zu wissen, was gerade in der Welt passiere, sagte Instagram-Gründer Kevin Systrom dem «Wall Street Journal». «Wir alle in sozialen Medien und klassischen Medien stehen im Wettbewerb, Lücken zu schließen zwischen dem, was in der Welt geschieht und was man darüber weiß.»

Solche Trends waren auf Instagram bisher schwer zu erkennen, anders als etwa bei Twitter, wo beliebte Diskussionsthemen angezeigt werden. Auf Twitter springen auch Unternehmen regelmäßig mit eigener Werbung auf aktuelle Themen auf. Instagram ist gerade dabei, die Werbemöglichkeiten für Firmen auszubauen.

Neben der Trend-Suche in den USA wurde für alle Nutzer die Suchfunktion ausgebaut. Fotos können jetzt auch nach ihrem Aufnahmeort durchsucht werden. Zuvor konnte man Fotos von einem bestimmten Ort nur finden, wenn die Nutzer sie mit dem entsprechenden Schlagwort versehen hatten. Bei Instagram werden nach Angaben des Unternehmens 70 Millionen Bilder pro Tag hochgeladen.

Instagram und Facebook greifen damit den Kurznachrichtendienst Twitter an, der sich bisher als Medium für Nachrichten über aktuelle Ereignisse etabliert hatte. Twitter hat allerdings Probleme, diese Rolle in eine breitere Nutzerschaft und Gewinne umzumünzen, und plant ebenfalls eine Offensive bei Nachrichten. Im «Project Lightning» (Projekt Blitz) sollen Twitter-Nachrichten zu wichtigen aktuellen Ereignissen gebündelt und attraktiver präsentiert werden. Außerdem hatte der Kurznachrichtendienst die Live-Streaming-App Periscope gekauft, mit der Nutzer Videos von ihrem Smartphone übertragen können.