Menschenrechtler bezeugen Gräueltaten des IS

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat im Irak und in Syrien eine Schneise der Verwüstung geschlagen und unfassbare Gräueltaten verübt.

Im Nordirak versklavten und vergewaltigten die Dschihadisten nach einem Bericht von Amnesty International Hunderte jesidische Frauen. In Syrien hat die Auswertung jüngster Satellitenbilder durch die UN eine beispiellose Zerstörung einmaliger Kulturstätten aufgezeigt.

Im fast vier Jahre andauernden syrischen Bürgerkrieg seien 290 Denkmäler bereits unwiderruflich verloren gegangen oder unmittelbar von der Zerstörung bedroht, teilte das UN-Forschungsinstitut Unitar in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht mit. Die historische Bauwerke seien vor allem durch Bombenabwürfe des Regimes und Plünderungen beschädigt worden, darunter der 7000 Jahre alte Stadtkern von Aleppo oder die 1000 Jahre alte Kreuzfahrerburg Krak des Chevaliers. Auch die IS-Miliz hat in ihren eroberten Gebieten viele historische Stätten und alte Moscheen zerstört.

Im Nordirak wurden jesidische Frauen von den IS-Extremisten «verkauft, als Geschenke übergeben, zwangsverheiratet, gefoltert und vergewaltigt», heißt es in einem unter dem Titel «Der Hölle entkommen» veröffentlichten Bericht von Amnesty International. Die Menschenrechtsorganisation führte 40 Interviews mit weiblichen Angehörigen der religiösen Minderheit der Jesiden, die unter den Taten von IS-Kämpfern und deren Gefolge zu leiden hatten oder Zeuginnen davon geworden waren.

«Viele von denen, die als Sexsklavinnen gehalten wurden, sind Kinder», heißt es in dem Bericht. Einige seien nicht älter als zehn oder zwölf Jahre. Vergewaltigungen seien Mittel des Krieges. Einige der Frauen und Mädchen, die sich über Monate in IS-Gefangenschaft befunden hätten, seien so verzweifelt gewesen, dass sie Selbstmord begangen hätten.

Die IS-Miliz hat im Irak und in Syrien je rund ein Drittel des Landes erobert und tyrannisiert die Bevölkerung mit brutaler Härte. Der Vormarsch der Dschihadisten wird jedoch im Irak von Einheiten der kurdischen Peschmerga und der irakischen Armee gebremst. In Syrien steht die Miliz verschiedenen Rebellenfraktionen und dem Regime des Präsidenten Baschar al-Assad gegenüber. Eine US-geführte internationale Koalition bombardiert zudem IS-Stellungen in beiden Ländern.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben dabei seit Beginn der Luftschläge Ende September in Syrien 1171 Menschen durch die Bombardements, weitere rund 800 wurden verletzt. Fast alle Toten seien Dschihadisten, allerdings seien auch 52 Zivilisten ums Leben gekommen.

Die US-Armee arbeitet nach einem Bericht der Plattform «US News» an einer umfangreichen Aufrüstung ihrer Verbündeten im Irak. Derzeit würden Waffen und Militärfahrzeuge aus Afghanistan nach Kuwait verlagert, um sie an die irakische Armee und Peschmerga-Kämpfer weiterzuleiten. Nach Berichten soll eine Frühjahrsoffensive gegen IS-Stellungen in Mossul und im Westen des Iraks geplant sein.