Mercedes-Duo kann in Sotschi ersten Titel klar machen

Der erste WM-Titel ist für die Silberpfeile auf dem neuen Hochglanz-Kurs von Sotschi zum Greifen nahe. WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton und Verfolger Nico Rosberg können bei der Premiere der Formel 1 in Russland Mercedes die erste Weltmeisterschaft als Werksteam bescheren.

Gewinnt einer der beiden, kann Titelverteidiger Red Bull den deutschen Autobauer bei noch drei ausstehenden Rennen nicht mehr einholen. Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo müssen in Sotschi schon mindestens 18 Punkte mehr einfahren als das Silberpfeil-Duo. Sonst ist die vierjährige Titelherrschaft des Teams von Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz am Sonntag erst einmal beendet. Im Gegensatz zu Hamilton und Rosberg durfte Vettel immerhin schon mal mit einem Pkw den neuen, 5,853 Kilometer langen Kurs am Schwarzen Meer abfahren.

«Uns erwartet eine neue Strecke. Deshalb haben wir viel Zeit im Simulator verbracht, um so gut wie möglich die richtigen Linien und Gänge herauszufinden. Das wird wichtig, wenn wir am Freitag das erste Mal auf die Strecke fahren», erklärte Rosberg. Er absolvierte zwar schon mal eine Demo-Fahrt rund um den Kreml, Sotschi ist aber auch für den gebürtigen Wiesbadener mit Wohnsitz in Monaco Neuland.

So wie auch für Hamilton. «Natürlich sind wir viele Runden im Simulator gefahren. Aber man weiß nie so richtig, wie es sein wird, bevor man nicht dort ist und ein Gefühl für die Strecke entwickelt hat», sagte der Brite in der Teamvorschau auf das 16. Saisonrennen. Hamilton hat vier Grand Prix vor Saisonschluss zehn Punkte mehr als Rosberg, der seit Ende Juli nicht mehr gewinnen konnte.

Sein Mercedes-Widersacher fuhr hingegen zuletzt dreimal nacheinander als Erster durchs Ziel. Er kommt bereits auf acht Siege in dieser Saison und kann damit die Rekordmarke von Michael Schumacher (2004) und Sebastian Vettel (2013) einstellen, sollte er alle weiteren Rennen 2014 auch noch gewinnen.

Das würde zugleich bedeuten, dass Mercedes nach der Rückkehr als Werksteam zur Saison 2010 und einigermaßen beschwerlichen ersten Jahren an diesem Sonntag in Russland die erste Mission erledigt hätte. Gerade im neuen Turbo-Zeitalter mit den komplizierten Hybrid-Antrieben würde der Titelgewinn - zumal auch noch der erste in der Geschichte des Autobauers mit einem eigenen Team - den Ruf der Silbernen weiter aufpolieren und der ganzen Mannschaft die erste Titelparty in diesem Jahr bescheren.