Merkel: Abschaffung der Optionspflicht ist wichtiges Signal

Union und SPD sehen die Abschaffung der sogenannten Optionspflicht als deutliche Botschaft an junge Leute aus Zuwandererfamilien.

«Das ist ein klares Signal: Wir wollen diese jungen Menschen. Sie sind Teil unserer Gesellschaft», sagte die amtierende Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel in Berlin.

Union und SPD haben sich darauf verständigt, dass sich Kinder ausländischer Eltern, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, künftig nicht mehr bis zum 23. Geburtstag zwischen dem deutschen Pass und dem ihrer Eltern entscheiden müssen. Diese Optionspflicht soll künftig wegfallen. Eine generelle Zulassung doppelter Staatsbürgerschaften ist aber nicht vorgesehen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte, die Botschaft an die jungen Menschen mit ausländischen Eltern laute: «Ihr gehört zu uns.» Sie müssten nun nicht mehr das Gefühl haben, ausgegrenzt zu werden. Die Einigung auf die Abschaffung des Optionszwangs zeige, dass sich die Koalition der Modernisierung der Gesellschaft verpflichtet fühle.

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer sagte, er begrüße die Pläne ausdrücklich. Insbesondere Mitglieder seiner Partei hatte sich bei den Koalitionsverhandlungen mit Lockerungen im Staatsangehörigkeitsrecht bis zuletzt sehr schwer getan.