Merkel stellt Russland gemeinsamen Handelsraum in Aussicht

Die Bundesregierung hat Russland als Angebot im festgefahrenen Ukraine-Konflikt eine Wirtschafts-Kooperation bis hin zur gemeinsamen Freihandelszone in Aussicht gestellt.

Merkel stellt Russland gemeinsamen Handelsraum in Aussicht
Laurent Gillieron Merkel stellt Russland gemeinsamen Handelsraum in Aussicht

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe auf dem Wirtschaftsgipfel in Davos Verhandlungen zwischen Europäischer Union und der von Moskau dominierten Eurasischen Union über «Möglichkeiten einer Kooperation in einem gemeinsamen Handelsraum» als Option unterbreitet. Das berichtet die «Süddeutsche Zeitung» (Freitag). Zur Voraussetzung habe Merkel eine umfassende Friedenslösung in der Ostukraine gemacht.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) habe zudem eine Diskussion in der EU darüber angeregt, was man Russland für die Zeit nach dem Krieg anbieten könne. Der nächste Schritt sei eine Diskussion über eine Freihandelszone, habe Gabriel ebenfalls in Davos gesagt. «Wir sollten Russland einen Ausweg anbieten»", so der SPD-Politiker.

Bei einem Außenminister-Treffen am Mittwochabend in Berlin hatte es erstmals seit Monaten wieder zählbare Fortschritte gegeben. Die Außenminister Russlands und der Ukraine, Sergej Lawrow und Pawel Klimkin, verständigten sich auf den Abzug schwerer Waffen aus der Krisenzone ausgehend von einer bereits vereinbarten Demarkationslinie. Allerdings gab es auch am Donnerstag wieder Tote bei Gefechten in Donezk.