Merkels Wahl und Kampf ums Präsidium: Darum geht's bei der CDU

Der CDU-Bundesparteitag hat in Köln begonnen. Kanzlerin Angela Merkel stellt sich zum achten Mal zur Wahl als Vorsitzende. Die 60-Jährige führt die CDU seit April 2000. Bei ihrer vorigen Wiederwahl hatte sie mit 97,9 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis erhalten.

Merkels Wahl und Kampf ums Präsidium: Darum geht's bei der CDU
Rolf Vennenbernd Merkels Wahl und Kampf ums Präsidium: Darum geht's bei der CDU

Die 1001 Delegierten sollen auch über die fünf Vize-Vorsitzenden abstimmen, die wieder kandidieren. Spannend dürfte es bei der Wahl des Präsidiums werden. Auf sieben zu vergebende Plätze kommen acht Bewerber. Am Abend soll über einen Antrag zur Wirtschaftspolitik abgestimmt werden. Darin spricht sich die CDU dafür aus, den Abbau der kalten Progression anzugehen.

Was steht alles auf dem Programm des ersten von zwei Parteitagstagen?

REDE MERKELS: Die Bundeskanzlerin gilt nicht als große Rednerin. Sie spricht kaum frei und reißt ihr Publikum selten mit. Ihr Auftritt dürfte in etwa eine Stunde dauern. Vermutlich wird sie die Union weiter auf einen Kurs der gesellschaftlichen Mitte einschwören.

WAHL MERKELS: Die Vorsitzende stellt sich zum achten Mal zur Wahl. Ihr bisher bestes Ergebnis erhielt sie vor zwei Jahren mit 97,9 Prozent. Die CDU wertet die Enthaltungen nicht, so dass die Ergebnisse meistens etwas besser aussehen. Aber auch nach der Standardwertung hatte sie damals 97 Prozent bekommen. Ihr bisher schlechtestes Ergebnis bekam sie 2004: 88,4 Prozent nach CDU-Rechnung, 86,8 nach Standardwertung.

WAHL DER STELLVERTRETER: Es treten wieder an Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sowie die Landesvorsitzenden Julia Klöckner (Rheinland-Pfalz), Armin Laschet (Nordrhein-Westfalen) und Thomas Strobl (Baden-Württemberg). Klöckner hatte 2012 das beste Ergebnis, Bouffier das zweitbeste. Die anderen lagen unter 70 Prozent. Damals war ein Vize-Posten zusätzlich geschaffen worden, weil es fünf Bewerber für vier Plätze gab.

WAHL DES PRÄSIDIUMS: Eine solche Aufstockung soll es bei der Präsidiumswahl diesmal nicht geben. So bewerben sich acht CDU- Politiker auf sieben Plätze. Dabei möchten der Gesundheitsexperte der Bundestagsfraktion, Jens Spahn, und Gesundheitsminister Hermann Gröhe, neu in das Gremium einziehen. Von den Amtsinhabern treten Finanzminister Wolfgang Schäuble, die Ministerpräsidenten Annegret Kramp-Karrenbauer (Saarland) und Stanislaw Tillich (Sachsen), der Europaabgeordnete David McAllister, CDA-Chef Karl-Josef Laumann und die Berliner Gesundheitsstaatssekretärin Emine Demirbüken-Wegner wieder an.

CDU-KOMMISSIONEN: Erstmals debattiert die CDU in parallel tagenden Foren über Schwerpunktthemen, die Klöckner, Laschet und Strobl seit Monaten in Kommissionen erarbeiten. Das sind: Nachhaltigkeit, Arbeit und Bürgergesellschaft. Als externe Experten eingeladen sind der gelernte Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen, der Fußballspieler Christoph Metzelder und Malte Siewert vom Reiseinformationsportal Trivago.