Messi vor Clásico im Hoch, Ronaldo im Tief

Lionel Messi spielt in der Form seines Lebens. Vor dem Clásico am Sonntag zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid verblüffte der Argentinier mit seinen Tricks sogar jene, die ihn seit langer Zeit kennen.

Messi vor Clásico im Hoch, Ronaldo im Tief
Alberto Estevez Messi vor Clásico im Hoch, Ronaldo im Tief

Bayern-Trainer Pep Guardiola, der den Fußballer jahrelang bei Barça betreut hatte, schüttelte beim 1:0-Sieg der Katalanen im Champions-League-Spiel gegen Manchester City als Tribünengast ungläubig den Kopf darüber, mit welcher Leichtigkeit «La Pulga» (der Floh) seinen Gegnern den Ball durch die Beine spielte.

«Messi ist für mich nicht nur derzeit der beste Spieler der Welt, sondern auch der beste in der Fußballgeschichte», schwärmte Barça-Trainer Luis Enrique. Mit einem Messi in Topform gehen die Katalanen als Favorit in den Clásico gegen den schwächelnden Champions-League-Sieger Real. Bei einem Sieg könnten sie ihren Vorsprung an der Tabellenspitze der Primera División auf vier Punkte ausbauen und damit die Weichen zur Meisterschaft stellen. «Drei Punkte im Clásico wären sehr wichtig und könnten uns vielleicht zum Titel verhelfen», meinte Barças Abwehrchef Gerard Piqué.

Dagegen wollen die Madrilenen ihren Abwärtstrend der vergangenen Wochen umkehren und den Erzrivalen von der Spitze stürzen. «Cristiano Ronaldo wird mit besonderer Motivation in den Clásico gehen», betonte das Sportblatt «El Mundo Deportivo». «Der Weltfußballer weiß, dass es keinen besseren Schauplatz, keinen besseren Gegner und kein besseres Spiel gibt, um aller Welt zu beweisen, dass er wieder der Alte ist.»

Real hatte zuletzt ein wenig an die Elf der «Galácticos» vor einem Jahrzehnt erinnert, in der Weltstars wie David Beckham, Zinédine Zidane oder Luís Figo spielten, die aber keine mannschaftliche Einheit bildete. Die Kritik der Fans richtete sich vor allem gegen Gareth Bale. Die Sportpresse verlangte, für den Angreifer aus Wales dem Weltmeister Toni Kroos einen zusätzlichen Mittelfeldspieler an die Seite zu stellen.

Trainer Carlo Ancelotti scheute jedoch davor zurück, einen Profi auf die Ersatzbank zu verbannen, der den Club fast 100 Millionen Euro Ablöse gekostet hatte. Nach Informationen des Sportblatts «Marca» erhielt Bale vom Trainer nun die Anweisung, sich in Barcelona stärker in der Abwehr zu engagieren.

Derweil rätselt die spanische Fußballwelt über das Geheimnis des spektakulären Höhenflugs von Messi. Seit Anfang des Jahres schoss der Argentinier dreimal so viele Tore wie Ronaldo und überholte den Portugiesen nach einem Rückstand von zehn Treffern noch in der Torschützenliste.

«El Mundo Deportivo» führte Messis Erfolgsserie auf drei Faktoren zurück: Der Stürmer strich die geliebten Pizzas von seiner Speiseliste und nahm mehr als drei Kilogramm ab; er intensivierte sein Training und erschien sogar an freien Tagen auf dem Übungsgelände; und er versteht sich blendend mit seinen Stürmerkollegen Neymar und Luis Suárez. Messi bereitet es regelrecht Freude, den Mitspielern Tore auf dem Silbertablett zu präsentieren. Bei Real dagegen scheinen Angreifer wie Ronaldo oder Bale sich nicht grün zu sein. Sie warfen sich oder anderen Mitspielern wiederholt Eigensinnigkeit vor.