Metro nach Gesprächen mit Benko: Kein Handlungsbedarf

Der Kaufhof-Mutterkonzern Metro sieht nach losen Gesprächen mit dem Karstadt-Eigentümer René Benko aktuell keinen Handlungsbedarf.

«Es gab lose Gespräche. Mehr gab es nicht und wird es in nächster Zukunft auch nicht geben», sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Konzerns am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Galeria Kaufhof sei ein erfolgreiches Warenhausgeschäft, mit dem die Metro sehr zufrieden sei. «Wir sehen keinen Handlungsbedarf oder irgendeine Veranlassung, aktuell etwas zu unternehmen.»

Anlass für die Äußerungen war ein Bericht des Nachrichtenmagazins «Focus», wonach sich Benko mit Metro-Manager Christian Baier getroffen haben soll. Dabei sei sehr wahrscheinlich die mögliche Fusion beider Warenhaus-Ketten zentrales Gesprächsthema gewesen, so der «Focus». Zuvor hatte Ende Oktober die «Lebensmittel Zeitung» berichtet, Benko habe erneut Interesse an einer Übernahme von Kaufhof signalisiert. Der Kaufpreis solle bei 2,5 bis 2,7 Milliarden Euro liegen. Konkrete Verhandlungen hätten jedoch noch nicht begonnen. Ein Sprecher des Benko-Unternehmens Signa wies den Bericht damals zurück.

Seit Jahren wird in der Handelsbranche über eine Fusion der beiden großen deutschen Warenhausketten spekuliert, mit der umfangreiche Kosteneinsparungen etwa durch den Abbau einer Zentrale erzielt werden könnten. Metro zählt Kaufhof nicht mehr zum Kerngeschäft. Für einen möglichen Verkauf hatte der Mutterkonzern mehrfach einen angemessenen Preis, eine solide Finanzierung eine langfristige Strategie genannt.