Mexiko räumt auf und wappnet sich für neue Stürme

Stadt (dpa) - Mexiko kann noch nicht aufatmen. Nach tagelangen Unwettern sagt der nationale Wetterdienst weitere Unwetter voraus.

Mexiko räumt auf und wappnet sich für neue Stürme
Línea Directa / Handout Mexiko räumt auf und wappnet sich für neue Stürme

Während weite Teile des Landes bereits jetzt in den Fluten versinken, erwarten die Meteorologen erneut starke Regenfälle für die Bundesstaaten Tamaulipas, Veracruz und Tabasco an der Golfküste, San Luis Potosí, Hidalgo, Puebla im Landesinneren sowie Oaxaca im Westen des Landes.

Grund für die neuen Stürme sei das Zusammentreffen einer Kaltfront aus dem Norden mit einem tropischen Tiefdruckgebiet über dem Golf, heißt es in einem Bericht vom Freitagabend (Ortszeit). «Der Notstand ist noch nicht vorbei, es fällt weiter Regen», sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong im Sender Radio Formula.

Bei den tagelangen Unwettern im ganzen Land kamen bislang rund 100 Menschen ums Leben. Weitere 68 seien noch immer vermisst, sagte Osorio Chong. Die Rettungskräfte räumten zahlreiche Ortschaften und brachten rund 50 000 Menschen in Sicherheit.

Allein im Bundesstaat Sinaloa seien 100 000 Menschen in 90 Ortschaften von den Rekordniederschlägen betroffen, teilte die örtliche Regierung mit. Zwei Menschen seien ums Leben gekommen.

Angesichts der verheerenden Lage in den Katastrophengebieten sagte US-Vizepräsident Joe Biden bei einem Arbeitsbesuch am Freitag in Mexiko-Stadt Hilfsgelder in Höhe von 250 000 US-Dollar zu. Die Interamerikanische Entwicklungsbank wollte weitere 400 000 Dollar für den Wiederaufbau beisteuern.

Wo es in den von den Tropenstürmen «Ingrid» und «Manuel» besonders schwer betroffenen Gebieten bereits möglich war, begannen die Aufräumarbeiten. Einsatzkräfte besserten Straßen aus, räumten Schutt beiseite und legten verschüttete Häuser frei.

Der zeitweise vom Rest des Landes abgeschnittene Badeort Acapulco an der Pazifikküste ist seit Freitag wieder über den Landweg zu erreichen. Nun könnten auch Hilfsgüter in die von «Manuel» heftig getroffene Stadt gebracht werden, sagte Verkehrsminister Gerardo Ruiz Esparza.

Unterdessen dauerte die Suche nach einem Hubschrauber der Bundespolizei im Bundesstaat Guerrero an. Am Donnerstag war der Kontakt zu dem Helikopter mit drei Insassen an Bord abgerissen. «Wir sind sehr besorgt», sagte Innenminister Osorio Chong am Freitag. «Sie haben ihr Leben riskiert, um anderen zu helfen.»

Angesichts der Überschwemmungen, Erdrutsche und Dammbrüche sprach Präsident Enrique Peña Nieto von «einer nie dagewesenen Lage». Fast das gesamte Land sei von den Unwettern betroffen, sagte er.