Jeb Bush will als US-Präsident Amerika reparieren

Der US-Republikaner Jeb Bush will als Präsident «Amerika reparieren». «Ich weiß, dass ich es reparieren kann», heißt es in dem Text, den er kurz vor seiner Bewerbungsrede am Montag in Miami veröffentlichte.

«Wir werden die Zukunft in diesem Land wieder in die Hand nehmen.» Das derzeitige Washington unter Präsident Barack Obama sei blockiert und erlahmt. Dem müsse man ein Ende setzen.

Der ehemalige Gouverneur aus Florida wollte sich in seiner Rede um 21.00 MESZ offiziell um die Kandidatur für die Präsidentenwahlen 2016 bewerben. Sollte er das Rennen gewinnen, wäre er nach seinem Vater und seinem Bruder der «dritte Bush» im Weißen Haus.  

Der 62-Jährige ist laut Umfragen einer der aussichtsreichsten Bewerber im parteiinternen Vorwahlkampf. Bei den Demokraten gilt die ehemalige Außenministerin und Ex-First-Lady Hillary Clinton (67) als haushohe Favoritin. Es könnte also im nächsten Jahr zu einem «Kampf der Dynastien» kommen.

Sollte Jeb Bush die Wahlen im November gewinnen wäre er nach Vater George (1989-1993) und seinem Bruder George W. (2001-2009) das dritte Mitglied der Familie Bush, das im Weißen Haus regiert.

Jeb Bush gilt als eher moderater Republikaner. Er hat eine mexikanische Ehefrau und spricht Spanisch, was ihn bei der wichtigen Wählergruppe der Latinos beliebt machen dürfte.

Die parteiinternen Vorwahlen beginnen im Januar und laufen mehrere Monate. Die Präsidentenwahl ist am 8. November. Amtsinhaber Obama darf nicht mehr antreten, weil er bereits zwei Amtszeiten hinter sich hat.

Beide - Clinton und Bush - haben ihren Wahlkampf längst begonnen. Clinton hielt am Wochenende eine große Rede in New York, Bush besuchte Deutschland, Polen und die baltischen Staaten - um sich als Außenpolitiker zu profilieren. Er tritt für einen harten Kurs gegen Russland ein.

Bush war von 1999 bis 2007 Gouverneur im wichtigen Swing-State Florida, das bei Präsidentenwahlen oftmals eine entscheidende Rolle spielt.

Politisch hält «Bush3» eine Mittelposition im Spektrum der Republikaner. Als Gouverneur senkte er Steuern und privatisierte, was der konservativen «Tea Party» gefällt. Andererseits setzte er sich für ein umfassendes neues Einwanderungsgesetz ein.

Allerdings ist ihm schon ein erster Fauxpas unterlaufen: Ausgerechnet beim Thema Irakkrieg änderte er innerhalb weniger Tag seine Meinung. Zunächst meinte er, er hätte ebenso gehandelt wie sein Bruder George W., der 2003 im Irak einmarschierte - später ruderte Jeb Bush zurück.