Microsoft bietet Cloud-Dienste aus Rechenzentren in Deutschland an

Microsoft bietet den Kunden seiner Cloud-Dienste künftig auch die Speicherung der Daten in Deutschland an.

Dafür wird der Softwarekonzern zwei Rechenzentren der Deutschen Telekom in Frankfurt am Main und in Magdeburg nutzen, kündigte Microsoft-Chef Satya Nadella am Mittwoch in Berlin an.

Kunden könnten sich somit entscheiden, ob sie öffentliche Lösungen oder Services aus deutschen Rechenzentren nutzen wollten. Als Treuhänder wird die Telekom-Tochter T-Systems International den Zugang zu den Kundendaten kontrollieren und überwachen. Microsoft habe damit keinerlei Zugriff auf die Daten, betont das Unternehmen.

Die Hardware in Frankfurt in Magdeburg gehört Microsoft, da der Konzern weltweit die gleiche Technologie und die gleiche Architektur für seine Cloud-Services verwendet, um überall die gleichen Servicezusagen sicherstellen zu können. Die Rechenzentren selbst werden von der Telekom betrieben. Durch das Treuhänder-Konstrukt haben Microsoft und seine Auftragnehmer keinen eigenständigen Zugriff auf die Daten, ohne dass T-Systems oder Endkunde dies ausdrücklich genehmigt haben.

Die Verknüpfung der Cloud-Plattform mit deutscher Infrastruktur und deutschem Datentreuhänder sei aus Sicht von Microsoft am Markt einzigartig, sagte Alex Stüger, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland. Über die Plattform sollen die Dienste Azure, Office 365 und Dynamics CRM Online zur Verfügung stehen.

Microsoft-Konkurrent Amazon bietet auch Cloud-Dienste aus einem Rechenzentrum in Deutschland an, allerdings ohne die Treuhänder-Option.

Microsoft reagiert mit dem neuen Angebot auf die anhaltenden Sicherheitsbedenken der Kunden, die das Geschäft mit Cloud-Angeboten vielfach ausbremsen. Das habe zuletzt auch der Cloud-Monitor des Branchenverbands Bitkom dokumentiert, sagte Günther Igl, Cloud-Experte bei Microsoft Deutschland. Die neuen Cloud-Dienste werden nach Angaben der Telekom «in der zweiten Jahreshälfte 2016 schrittweise angeboten».