Microsoft-Chef: Nutzer sollen Windows 10 lieben

Microsoft will mit Windows 10 ein neues Kapitel in der Geschichte seines Betriebssystems aufschlagen. «Wir wollen, dass Windows 10 das meistgeliebte Windows aller Zeiten wird», sagte Microsoft-Chef Satya Nadella.

Nutzer sollten es nicht nur benötigen, sondern auch lieben. Am Mittwoch zeigte der Konzern neue Details des Systems, das in diesem Jahr auf den Markt kommen soll. Windows 10 sei für eine Welt gemacht, in der alles miteinander verbunden ist, sagte Nadella. Windows 10 soll erstmals über alle Geräteklassen hinweg vom PC bis zum Smartphone eine einheitliche Plattform bieten.

Die Sprachsteuerung Cortana erhält in Windows 10 eine prominente Rolle. Microsoft-Manager Joe Belfiore demonstrierte, wie sich Cortana auch auf einem Personal-Computer mit Windows 10 als persönliche Assistentin einsetzen lässt. Cortana sei die bislang am stärksten personalisierte Sprachassistenz, sagte Belfiore.

Die Funktion greift auf verschiedene Programme sowie die Suchmaschine Bing zu und kann zum Beispiel eine Wettervorhersage geben oder Tipps für die beste Route ins Büro. Künftig werde Cortana im Browser Internet Explorer integriert sein. Über die selbstlernende Sprachsteuerung lasse sich zum Beispiel auch ein Platz in einem Restaurant reservieren, sagte Belfiore. Selbst das Menü könne Cortana dabei dem jeweiligen Geschmack entsprechend auswählen. «Wir ändern die Art, wie die Menschen den PC nutzen», sagte Belfiore. 

Nutzer von Windows 7 und 8 sollen zunächst kostenlos auf die neue Version umsteigen können, kündigte Belfiore an. In die Entwicklung will das Unternehmen intensiv Windows-Nutzer einbeziehen. Windows 10 sei ein Produkt massiver Zusammenarbeit mit den Nutzern, stellte auch Nadella heraus.

Seit September hätten 1,7 Millionen Nutzer an einem Insider-Programm teilgenommen, sagte Microsoft-Manager Terry Myerson. Unter windows.com könnten sich nun auch alle Interessierten an der Weiterentwicklung beteiligen. Aktuelle Versionen von Windows 10 würden für den PC kommende Woche zum Testen zur Verfügung stehen, eine erste Version für das Smartphone werde im Februar folgen.

Mit Windows 10 rückt der PC auch näher an Microsofts Spielekonsole Xbox One heran. Mit dem neuen Betriebssystem werde jedes Gerät über eine Xbox-App auf die Spieleplattform zugreifen können, sagte Xbox-Chef Phil Spencer. Ein auf der Konsole begonnenes Spiel lasse sich per Streaming auch auf dem PC weiterspielen. Zudem könnten Gamer am Rechner über das Web auf alle Mitspieler, Spiele, die eigene Freundesliste und die Nachrichteneingänge zugreifen.

Für Staunen sorgte Alex Kipman, Chef des Kinect-Teams mit einer Demonstration der Datenbrille Hololense, die virtuelle Welten in die reale Umgebung einblendet. So könne die Wirklichkeit zur Bühne etwa für ein Spiele-Level werden. Die virtuellen Gegenstände lassen sich mit Gesten und Sprache im Raum steuern. Die Brille verfügt über eigene Prozessoren für die Rechenleistung und die Grafik, so dass sie auch ohne Verbindung mit einem Computer eingesetzt werden kann.

Mit Windows 10 will Microsoft eine einheitliche Plattform für alle Geräteklassen schaffen. Für Entwickler macht es Microsoft damit leichter, ihre PC-Anwendungen ohne weiteren Aufwand auch als Smartphone-App bereitzustellen. Für Apps wird Microsoft künftig nur noch einen gemeinsamen App Store für alle Geräte betreiben.