Mieter kehren nochmals in «Esso-Häuser» auf Reeperbahn zurück

Die Bewohner der «Esso-Häuser» an der Hamburger Reeperbahn dürfen am Montag nochmals für unbestimmte Zeit in ihre Wohnungen zurück. Sie sollen ihre Haustiere, Medikamente und Wertgegenstände holen können, ehe der wohl marode Gebäudekomplex für unbestimmte Zeit ganz gesperrt wird.

Am Sonntagnachmittag hatte das Bezirksamt Hamburg-Mitte erklärt, dass die Häuser vorerst nicht betreten werden dürfen. Wer sich darin aufhalte, riskiere, Schaden an Leib und Leben zu nehmen, sagte Bezirksamtschef Andy Grote (SPD).

Laut Polizei demonstrierten am Sonntagabend etwa 750 Menschen friedlich im Stadtteil Sankt Pauli gegen die Räumung. Später hätten sich im Bereich des Schanzenviertels einige Vermummte gesammelt, die Richtung Altona zogen und unter anderem ein Polizeiauto mit Glasflaschen bewarfen sowie einen Mülleimer anzündeten.

Die «Esso-Häuser» waren in der Nacht zu Sonntag evakuiert worden, nachdem zwei Mieter von wackelnden Wänden berichtet hatten. Dutzende Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Auch etliche Clubs und Bars mussten geräumt werden. Es laufe bereits die Suche nach Ersatzwohnungen für die Bewohner, sagte Grote. Für die Club-Betreiber wolle das Bezirksamt schnell andere Räume finden.

Es ist seit längerem geplant, dass die Häuser im kommenden Jahr abgerissen werden und das Gelände neu bebaut wird. Dies hatte heftige Diskussionen in der Hansestadt ausgelöst.