Milderes Urteil im Prozess um totes Baby aus Gefrierfach

Im neu aufgerollten Prozess um ein im Gefrierfach gefundenes totes Baby hat das Landgericht Erfurt eine mildere Strafe gegen die Mutter verhängt.

Die Kammer verurteilte die 43-Jährige wegen Totschlags durch Unterlassen zu einer Gefängnisstrafe von dreieinhalb Jahren. Das sind zwei Jahre weniger als im ersten Urteil vor drei Jahren, das der Bundesgerichtshof danach aufgehoben hatte.

Nach Überzeugung des Gerichts hat sich die Mutter zur Tatzeit in einer psychischen Ausnahmesituation befunden, weil ihr Hund gestorben und dann die Geburt dazugekommen sei. Die Frau hatte ihren Sohn nach der Geburt nicht versorgt und sterben lassen.

Mit dem Urteil blieben die Richter unter der von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftstrafe von vier Jahren. Die Verteidigung hatte auf eine zweijährige Bewährungsstrafe plädiert. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Verteidigung hat bereits eine weitere Revision angekündigt.