Milizen schießen auf Demonstranten in Libyen: Tote

Milizen haben am Freitag in Libyen das Feuer auf Demonstranten eröffnet, die den Rückzug der Kampfbrigaden aus der Hauptstadt Tripolis forderten.

Milizen schießen auf Demonstranten in Libyen: Tote
Sabri Elmhedwi Milizen schießen auf Demonstranten in Libyen: Tote

Nach Informationen der staatlichen Nachrichtenagentur Lana wurden dabei mindestens 13 Menschen getötet und mindestens 130 verletzt. Das Gesundheitsministerium rief die Menschen auf, Blut zu spenden.

Hunderte Bürger waren nach dem Freitagsgebet zum Hauptquartier bewaffneter Brigaden marschiert, um diese mit friedlichen Mitteln zu vertreiben. Milizionäre aus der Stadt Misrata hätten bei Ankunft der Demonstranten erst in die Luft, dann auf die Demonstranten geschossen, die zum Teil weiße Fahnen bei sich trugen.

Erst vor einer Woche hatten sich rivalisierende Milizionäre in Tripolis heftige Gefechte geliefert. Dabei war ein Mann getötet worden. Viele «Revolutionsbrigaden», die im Kampf gegen Machthaber Muammar al-Gaddafi stark wurden, wollen sich bis heute weder entwaffnen noch in den staatlichen Sicherheitsapparat eingliedern lassen. Im Oktober wurde Ministerpräsident Ali Seidan zeitweise von Bewaffneten entführt.