Milliardenschwere Mobilfunk-Auktion in Planung

Auf die vier Mobilfunkanbieter in Deutschland rollt aller Voraussicht nach schon bald eine neue milliardenschwere Frequenzauktion zu.

Die Bundesnetzagentur schnüre ein umfangreiches Auktionspaket, berichtete die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» am Donnerstag. In einem Strategiepapier der Behörde, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wurden neben den 2016 auslaufenden Altlizenzen der Deutschen Telekom, Vodafone, E-Plus und Telefónica unter anderem begehrte Spektren aus dem Bereich 700 Megahertz genannt, die unter den Hammer kommen könnten. Dieses Frequenzband wird derzeit allerdings noch vom terrestrischen Fernsehen DVB-T genutzt.

Diese Frequenzen könnten «einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Breitbandstrategie leisten», zitierte die Zeitung aus einem Begleitschreiben des Präsidenten der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, an den politischen Beirat.

Ziel sei es, den Verbrauchern «auch in dünn besiedelten Gebieten einen Zugang zum schnellen Internet mit mindestens 50 Megabit je Sekunde zu ermöglichen». Durch die frühzeitige Bereitstellung der 700-MHz-Frequenzen bestünde die Möglichkeit, den Ausbau von Hochleistungsnetzen in der Fläche zu fördern, heißt es in dem Papier der Behörde. Die Präsidentenkammer strebt an, diese Frequenzen im Jahr 2014 oder 2015 zu versteigern.

Um die Sprachversorgung zu sichern, soll allen vier Mobilfunkanbietern vorab eine bestimmte Menge an Frequenzen fest zugesichert werden. Ein Sprecher von E-Plus wollte die Pläne nicht kommentieren.

E-Plus habe stets eine moderate Verlängerung der Bestandsfrequenzen gefordert, um schnell Investitionssicherheit für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur zu schaffen. «Wir investieren lieber jetzt direkt in den beschleunigten Breitband-Ausbau, statt in eine unnötige und verfrühte Frequenz-Auktion.»

Nach weiteren Angaben der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» stoßen die Planungen der Bundesnetzagentur auf heftigen Widerstand der Sender und Landesmedienanstalten, weil das 700-MHz-Frequenzband weiterhin für DVB-T benötigt werde. ZDF und ARD warnten davor, voreilig Fakten zu schaffen, die die Zukunftsfähigkeit des Rundfunks massiv beschädigen würden. Von der Bundesnetzagentur war keine Stellungnahme zu erhalten.