Mindestens 24 Tote bei Grubenunglück in der Ukraine

Nach der verheerenden Gasexplosion in einer Kohlegrube im Krisengebiet Ostukraine hat die Führung in Kiew für heute Staatstrauer angeordnet. Am Mittag um 12.00 Uhr soll bei einem Moment der Stille landesweit der toten Bergleute gedacht werden, wie aus einem Erlass von Präsident Petro Poroschenko hervorging.

Mindestens 24 Tote bei Grubenunglück in der Ukraine
Vladimir Vladimirov Mindestens 24 Tote bei Grubenunglück in der Ukraine

An allen Regierungsgebäuden sowie staatlichen Unternehmen und Organisationen sollen die Fahnen auf halbmast wehen.

Die Explosion hatte sich am frühen Mittwochmorgen in der Mine Sassjadko bei Donezk ereignet. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich mehr als 200 Arbeiter in den Stollen. Die meisten konnten sich retten. Nach Angaben von Aufständischen starben mindestens 24 Bergleute, neun weitere galten am Mittwochabend noch als vermisst. Die Grube liegt in der von prorussischen Separatisten kontrollierten Region. Das Unglück soll sich in 1000 Meter Tiefe ereignet haben.

Die regierungstreue Gebietsverwaltung sprach am Abend sogar von 33 Toten. Allerdings hat die prowestliche Führung in Kiew keinen Zugriff auf das Bergwerk. Die Informationslage vor Ort ist wegen des Krieges zwischen Regierungstruppen und Aufständischen schwierig.

Poroschenko forderte die Separatisten via Twitter auf, staatliche Retter zum Unglücksort zu lassen. Regierungschef Arseni Jazenjuk sagte, 60 Helfer seien an der Frontlinie abgewiesen worden. Die Aufständischen behaupteten, Kiew habe keine Hilfe angeboten. Hingegen habe Russland Hilfe zugesagt.

Weltweit gelten ukrainische Kohlegruben als besonders gefährlich. In der Vergangenheit gab es immer wieder schwere Explosionen mit vielen Toten. Da die Kohle in großen Tiefen abgebaut wird, bildet sich dort oft hochexplosives Grubengas. Allein in Sassjadko, einer der größten Kohleminen der Ex-Sowjetrepublik, kamen seit 1999 bei Unglücken mehr als 200 Menschen ums Leben. Wegen einer hohen Grubengaskonzentration unter Tage gehört es zu den gefährlichsten Anlagen des Landes.