Mindestens 33 Tote bei Dacheinsturz in Riga

Beim Einsturz eines Supermarktdachs in der lettischen Hauptstadt Riga sind mindestens 33 Menschen ums Leben gekommen. Regierungschef Valdis Dombrovskis sprach von einem erschütternden Ereignis, bei dem das Volk des EU-Landes fest zusammenstehen müsse.

Mindestens 33 Tote bei Dacheinsturz in Riga
Andrejs Terentjevs Mindestens 33 Tote bei Dacheinsturz in Riga

Wie viele Opfer noch unter den Trümmern sind, sei unklar, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Ursache des Unglücks, bei dem mehr als 30 Menschen verletzt wurden, war noch unklar. Medien in Riga bezeichneten die Tragödie als größten Unfall in der Geschichte Lettlands seit der Unabhängigkeit 1991.

Örtliche Fernsehsender zeigten am Freitag, wie Soldaten mit Spürhunden nach Vermissten suchten. Rettungskräfte räumten mit Spezialkränen an der Unfallstelle schwere Betonteile und geborstene Stahlträger zur Seite. Zahlreiche Anwohner legten vor der Absperrung Blumen nieder und stellten Kerzen auf.

Der lettische Polizeichef nannte drei mögliche Gründe für das Unglück: entweder sei der 2011 eröffnete Supermarkt falsch geplant worden oder die Baustruktur wie die Statik sei nicht in Ordnung gewesen. Möglicherweise seien auch Bauarbeiten auf dem Gebäude eine Ursache gewesen. Das Flachdach war am Donnerstagabend auf 500 Quadratmetern eingebrochen. Das Gebäude sei daraufhin wie ein Kartenhaus eingestürzt, sagte Vizebürgermeister Andris Ameriks.

Zeugen berichteten von einem Alarmsignal, das vor dem Einsturz zu hören gewesen sei. «Wir ermitteln, ob dies möglicherweise von der Gebäudeverwaltung vernachlässigt wurde», sagte ein Polizeisprecher. Innenminister Rihards Kozlovskis sprach von einem «tragischen und schwarzen Tag in der Geschichte Lettlands».

Unter den Toten sind drei Feuerwehrmänner, mindestens sieben weitere Helfer wurden bei dem Einsatz verletzt. Ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes sprach von einer sehr komplizierten und gefährlichen Hilfsaktion. Es sei nicht auszuschließen, dass noch stehende Teile einstürzen. Krankenhäuser riefen zu Blutspenden auf.