Mindestens 82 Tote bei Flüchtlingsdrama im Mittelmeer

Bei einem neuen Flüchtlingsdrama im Mittelmeer sind vor der italienischen Insel Lampedusa mindestens 82 Menschen ertrunken. Viele weitere Migranten werden nach dem Schiffbruch noch vermisst, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Unter den Toten seien auch Kinder, sagte Bürgermeisterin Nicolini.

Mindestens 82 Tote bei Flüchtlingsdrama im Mittelmeer
Nino Randazzo Mindestens 82 Tote bei Flüchtlingsdrama im Mittelmeer

Das Boot mit etwa 500 Menschen an Bord hatte vor der Nachbarinsel Isola dei Conigli Feuer gefangen und war gekentert. Etwas mehr als 150 Menschen konnten von der Küstenwache in Sicherheit gebracht werden; andere versuchten, sich selbst über Wasser zu halten.

«Es ist ein Horror», sagte Nicolini. Die Flüchtlinge sollen Medienberichten zufolge aus Eritrea und Somalia stammen. Sie waren etwa zwölf Stunden vor dem Unglück an der libyschen Küste aufgebrochen. Möglicherweise hatten die Migranten selbst Feuer an Bord gemacht, um auf sich aufmerksam zu machen.

Außenminister Angelino Alfano kündigte an, nach Lampedusa zu reisen. Kurz zuvor war ein Boot mit 463 Migranten vor Lampedusa angekommen. Bei gutem Wetter versuchen immer wieder Flüchtlinge die europäischen Küsten zu erreichen. Oft endet die Überfahrt auf den kaum seetüchtigen Booten für einige von ihnen tödlich. Erst am Montag waren 13 Menschen vor der italienischen Küste ertrunken.