Missbrauch von Schüler: Anklage will fünfeinhalb Jahre Haft

Im Prozess gegen einen 22-Jährigen, der die Vergewaltigung eines Schülers in Belgien gestanden hat, hat die Anklage fünfeinhalb Jahre Haft gefordert.

Es handele sich um eine besonders erniedrigende Tat, weil der Vater des Opfers sich daran beteiligt und alles auch noch mit einer Kamera festgehalten habe, sagte die Staatsanwältin am Landgericht Hannover. Der Verteidiger plädierte auf eine deutliche Freiheitsstrafe, deren Höhe er in das Ermessen des Gerichts stellte. Strafmildernd berücksichtigt werden müsse, dass der Angeklagte sich zur Zahlung von 20 000 Euro Schmerzensgeld bereiterklärt habe.

Das Opfer aus dem belgischen Mechelen war von seinem eigenen Vater im Internet zum Missbrauch angeboten worden. Der Angeklagte aus dem Raum Hameln ging auf das Angebot ein und reiste Anfang März nach Belgien. Ein Psychiater bescheinigte ihm eine ausgeprägte Pädophilie. Eine Therapie werde Jahre dauern und müsse am besten gleich zu Beginn der Haft beginnen, sagte der Sachverständige am Freitag vor Gericht. In seinem letzten Wort entschuldigte sich der Angeklagte und sagte, er werde sich in Haft in Therapie begeben, damit sich eine solche Tat nicht wiederhole.