Mit Cowboy-Hut zur Krönung? Hamilton vor Meisterstück

Lewis Hamilton will die Krönung mit einem Cowboy-Hut auf dem Kopf. Nachdem er schon begeistert mit Russen-Mütze in Sotschi den vorentscheidenden Schritt zu seinem dritten WM-Titel gefeiert hat, kann sich der Brite als erster Formel-1-Pilot in Texas zum Weltmeister küren lassen.

Mit Cowboy-Hut zur Krönung? Hamilton vor Meisterstück
David Ebener Mit Cowboy-Hut zur Krönung? Hamilton vor Meisterstück

Gewinnt der 30 Jahre alte Hamilton den Großen Preis der USA in Austin vor seinem Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg und Sebastian Vettel im Ferrari, steigt er als zehnter Pilot in den hochelitären Club der Motorsport-Königsklasse mit drei oder mehr Titeln auf.

«Ich bin heiß darauf, auf die Strecke zu fahren, mein Bestes zu geben und wenn ich danach meinen dritten Stetson-Hut erhalten würde, wäre das fantastisch», sagt Hamilton. 2012 bei der Premiere und im vergangenen Jahr gewann er bereits auf dem Kurs in Austin. Vettel gelang es 2013, Rosberg noch gar nicht. Im WM-Klassement muss Ferrari-Star Vettel 66 Punkte aufholen, Rosberg gar 73.

Eigentlich ein unmögliches Unterfangen. Das wissen auch die beiden deutschen Verfolger des seit nun knapp zwei Jahren überragenden Briten - Hamilton gewann seit dem Saisonstart 2014 20 der bisherigen 34 Rennen. Vettels Fazit nach seinem zweiten Rang zuletzt in Sotschi: «Es gab ein bisschen Hoffnung, dass ich den Lewis einholen kann.» Das galt fürs Rennen. Aber dasselbe noch für die restliche Saison zu hoffen, wäre wohl vermessen. Ernüchternd ist die Situation auch für Rosberg.

«Bei nur noch vier verbleibenden Rennen und einem großen Abstand zu Lewis ist es klar, dass der Titel für mich in weite Ferne gerückt ist», meint er. Er will aber wenigstens noch «etwas Spaß an den letzten Rennwochenenden dieses Jahres haben.» Die Tage nach seinem persönlichen Frustwochenende in Sotschi mit dem Aus wegen eines gebrochenen Gaspedals genoss er zunächst mit Frau Vivian und Töchterchen Alaïa. Anschließend lenkte er sich als Zuschauer beim DTM-Titelgewinn seines womöglich künftigen weiteren deutschen Formel-1-Rivalen Pascal Wehrlein auf dem Hockenheimring ab.

Hamilton unterhielt seine Fans unterdessen mit Bildern vom Surfen vor Miami oder mit einem kurzen Video seiner musikalischen Künste am Klavier. Der 42-malige Grand-Prix-Gewinner wirkt ausgeglichen wie nie zuvor. Nie zuvor war Hamilton aber wohl auch besser. Dennoch warnt er er vor verfrühter Titelfreude: «Ich weiß aus Erfahrung, dass in unserem Sport nichts erledigt ist, bis es wirklich soweit ist.»

Und meint damit wohl seine Debütsaison. Heißblütig und ungebremst wollte er sich in seinem ersten Jahr zum Champion küren. Viel fehlte auch nicht. Im Finale 2007 patzte er aber, wurde nur Siebter. Führung futsch, WM-Titel futsch. Kimi Räikkönen, damals schon im Ferrari, jubelte.

Er werde an diesem Wochenende nichts als selbstverständlich ansehen, meint Hamilton nun. «Mir bleiben vier Rennen, um die Weltmeisterschaft abzusichern und es zählt nur, dass mir das bis zur Zieldurchfahrt in Abu Dhabi gelingt», sagt er.

Ein Titelgewinn in den USA würde dennoch zu Hamilton passen. Der erste dunkelhäutige Pilot in der Formel 1, ergo auch der erste dunkelhäutige Weltmeister. Einer, der Glamour versprüht und vor allem auch versprühen will und sich gerne mit Hollywood-Stars oder sogar an der Seite von Mode-Ikone Karl Lagerfeld zeigt. Vielleicht ist er auch deswegen scharf auf den Hut, den er schon vor einem Jahr mit größter Freude nach seinem Sieg im Wilden Westen trug. Es wäre sein optimaler Beitrag für die vorzeitige Krönung.