Mit Drei-Punkte-Fracht zurück aus Tiflis

Beim Nachtmahl im georgischen Teamquartier konnten sich die Fußball-Weltmeister noch ein zweites Mal freuen. Durch das 1:1 zwischen Polen und Irland wurde der eigene 2:0-Pflichtsieg in Tiflis weiter aufgewertet.

Mit Drei-Punkte-Fracht zurück aus Tiflis
Arne Dedert Mit Drei-Punkte-Fracht zurück aus Tiflis

Zur Halbzeit der EM-Qualifikation liegt die deutsche Nationalmannschaft nun mit zehn Punkten nur noch einen Zähler hinter Gruppen-Spitzenreiter Polen (11) und punktgleich mit dem Zweiten Schottland. Irland (8) fiel auf Platz vier zurück.

«Wir mussten die nächsten drei Punkte holen. So müssen wir in der Qualifikation weitermachen. Anfang der neuen Saison werden wir dann die frischen Kräfte brauchen, um gegen stärkere Gegner zu bestehen», sagte Torwart Manuel Neuer.

«Wir haben das Spiel klar dominiert. Wir haben das Spiel auch klar gewonnen. Wir hatten das Spiel absolut im Griff. Mit der ersten Halbzeit war ich wirklich sehr zufrieden, weil die Mannschaft da sehr konsequent nach vorne agiert hat, sehr dynamisch gespielt hat mit viel Druck aufs Tor», resümierte Bundestrainer Joachim Löw den Auftritt des Weltmeisters beim 126. der Weltrangliste.

«Wir hätten vielleicht früher noch das 3:0 machen müssen, den Sack zumachen müssen. Dann könnten wir noch zufriedener sein als wir es sind», sagte WM-Finaltorschütze Mario Götze. Sein Zusammenspiel mit Marco Reus, bester und gefährlichster Spieler vor 54 549 Zuschauern in der «Boris Paichadze Dinamo Arena», war einer der Schlüssel zum dritten Sieg in der laufenden EM-Ausscheidung. «Wir verstehen uns gut auf dem Platz und neben dem Platz. Aber auch mit Mesut Özil ist es super zu spielen, mit Thomas Müller. Man hat gesehen, dass wir Spaß hatten. Wir hätten gerne noch höher gewonnen», sagte Götze.

«Unser Ziel haben wir erreicht. Wir haben teilweise gut den Ball laufen lassen. Im letzten Abspiel waren wir nicht so genau, sonst hätten wir vielleicht die Tore drei, vier und fünf auch gemacht», sagte Kapitän Bastian Schweinsteiger nach seinem Comeback im deutschen Team. Löw und seine Mannschaft nehmen nach dem Erfolg in Tiflis die erfreuliche Erkenntnis mit nach Hause, nun im Herbst mit viel Zuversicht den Angriff auf den Gruppensieg starten zu können.

«Wir haben alles selber in der Hand. Wir sind Deutschland, wir sind stark genug, die Quali zu überstehen», sagte Reus. Der Dortmunder mit seinem neunten Länderspieltor (39. Minute) und der mit fünf Treffern beste deutsche Schütze in der EM-Ausscheidungsrunde, Thomas Müller (44.), sorgten gegen die tapfer kämpfenden, aber spielerisch limitierten Gastgeber schon vor der Pause für klare Verhältnisse im 900. Länderspiel einer DFB-Auswahl. «Gegen Gibraltar werden wir gewinnen», sagte Löw zum nächsten Pflichtspiel am 13. Juni: «Und dann werden die Kräfte bei uns wieder gebündelt im zweiten halben Jahr, wenn wir im September, Oktober und November die Spiele haben.»