Mit Schweinsteiger und Hummels zur EM

Joachim Löw hat Marco Reus überraschend als Härtefall aus dem 23-Mann-Kader gestrichen, mit dem der Bundestrainer in Frankreich Fußball-Europameister werden will. Wegen einer hartnäckigen Schambein-Entzündung kann der Dortmunder nicht mit zum Turnier nach Frankreich reisen.

Mit Schweinsteiger und Hummels zur EM
Christian Charisius Mit Schweinsteiger und Hummels zur EM

«Er hat massive gesundheitliche Probleme. Er kann nur geradeaus laufen», sagte Löw zu der «bitteren Entscheidung», die er Reus ausgerechnet an dessen 27. Geburtstag mitteilen musste.

Zudem wurden aus dem vorläufigen Aufgebot Sebastian Rudy von 1899 Hoffenheim sowie die Leverkusener Offensivspieler Julian Brandt und Karim Bellarabi nicht für die am 10. Juni beginnende EM nominiert. Zwei Tage lang hatte Löw nochmals «sehr ausführlich» mit den DFB-Medizinern diskutiert. «Menschlich gesehen tut mir die Entscheidung gegen die Spieler sehr weh. Ich weiß, dass es eine große Enttäuschung ist. Auf der anderen Seite müssen sie es als Chance und Motivation sehen», erklärte der Chefcoach. Die Jungstars Joshua Kimmich, Julian Weigl und Leroy Sané sind dagegen bei der EM dabei.

Kapitän Bastian Schweinsteiger und Weltmeister-Kollege Mats Hummels gehören ebenfalls zum endgültigen Kader. Der lange verletzte Schweinsteiger sei wieder «voll belastbar» und könne in Ascona ab sofort mit der Mannschaft trainieren. Bei Hummels müsse man «noch abwarten», ergänzte der Bundestrainer. Das Entscheidende aber ist: «Die Prognosen bei Schweinsteiger und Hummels sind klar, dass sie beim Turnier zur Verfügung stehen», unterstrich Löw.

Bei Reus, der wegen einer schweren Verletzung des Sprunggelenks im letzten Testspiel gegen Armenien zum Abschluss der Vorbereitung schon die WM in Brasilien verpasst hatte, sah das anders aus. «Die Mediziner sind sehr skeptisch, dass er die nächsten Wochen bei dem zehrenden Turnier voll belastbar ist», berichtete Löw. «Marco Reus in einer sehr guten Form, gesund und fit wäre für unsere Mannschaft eine enorme Bereicherung gewesen.» Reus habe das EM-Aus «ganz gefasst aufgenommen», berichtete Teamkollege Sami Khedira.

Bis zum Freitag wird Löw seine EM-Fahrer noch in der Schweiz vorbereiten. Dann geht es weiter zur Turnier-Generalprobe am Samstag in Gelsenkirchen gegen Ungarn. Nach zwei freien Tagen wird der Weltmeister am kommenden Dienstag sein EM-Stammquartier in Évian-les-Bains am französischen Ufer des Genfer Sees beziehen.

Am 12. Juni in Lille startet Deutschland gegen die Ukraine in das Turnier. Weitere Gruppengegner sind am 16. Juni in Saint-Denis Polen und Nordirland am 21. Juni im Pariser Prinzenpark.