Mönchengladbach strebt Coup in Sevilla an

Effektiv, auswärtsstark, selbstbewusst. Mit diesen Eigenschaften plant Borussia Mönchengladbach den Coup bei Cup-Verteidiger FC Sevilla.

Mönchengladbach strebt Coup in Sevilla an
Maja Hitij Mönchengladbach strebt Coup in Sevilla an

Mit der markigen Formulierung «Kampf der Titanen» überschrieb die Europäische Fußball-Union das Duell im Sechzehntelfinale zwischen den Andalusiern und der Mannschaft von Lucien Favre - wohl deshalb, weil beide Vereine den UEFA-Pokal beziehungsweise die Europa League schon fünfmal gewannen: Sevilla 2006, 2007 und 2014, die «Fohlen» 1975 und 1979.

«Der Titelverteidiger war ohne Frage eines der schwersten Lose im Topf», meinte Borussia-Vizepräsident Rainer Bonhof, der beim FC Valencia einst selbst in Spanien spielte. Mönchengladbachs spanischer Verteidiger Alvaro Domínguez bezeichnete den aktuellen Tabellenfünften der Primera División vor dem Abflug als «die stärkste Mannschaft im Wettbewerb. Unangenehm und aggressiv». Doch auch gegen die hat die Niederrhein-Elf Möglichkeiten, glaubt Sportdirektor Max Eberl: «Ich bin davon überzeugt, dass wir eine Chance haben - aber nur dann, wenn wir wirklich an unser Top-Niveau heranreichen können.»

Das hat die Favre-Auswahl in dieser Saison auf Europas Fußball-Bühne schon zur Genüge bewiesen. In bisher acht Partien blieb der fünfmalige deutsche Meister bei fünf Siegen und drei Unentschieden sowie einer Trefferbilanz von 24:6 ungeschlagen. Und jetzt wollen Favre und Co. im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán am Donnerstag (21.05 Uhr) auch das erste K.o.-Spiel gewinnen.

«Natürlich. Aber da ist wirklich sehr viel Wunsch dabei», sagte Eberl. Elementarer sei es, mindestens einen Treffer beim in der Liga zu Hause noch ungeschlagenen Team von Chefcoach Unai Emery zu erzielen. Genau dies wollen die Andalusier verhindern. «Das Wichtigste im Hinspiel wird sein, keine Gegentore zu kassieren», betonte Innenverteidiger Daniel Carriço.

Der Titelverteidiger sieht sich nicht als Favorit und zeigt großen Respekt. «Wir dürfen uns keine Fehler leisten», warnte Spielmacher Vicente Iborra. «Wenn uns nicht sofort ein Tor gelingt, sollten wir die Ruhe bewahren.» Das Sportblatt «Marca» konstatierte: «Es ist ziemlich ungewöhnlich, dass in der ersten K.o.-Runde der Titelverteidiger nicht als Favorit gilt.»

Die Sevillaner waren nach gutem Saisonstart zuletzt aus dem Tritt geraten. Niederlagen gegen Real Madrid und den FC Getafe sowie das Ausscheiden im Pokal zehrten an den Nerven. Zudem fallen wichtige Spieler wie Torwart Antonio Beto oder Mittelfeldspieler Stéphane Mbia aus. Immerhin besserte das 3:0 über Schlusslicht FC Córdoba am Samstag die Stimmung auf. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Torjäger Carlos Bacca. Der Kolumbianer hat in Spanien mit 13 Treffern nur die Weltstars Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Neymar vor sich.

Eberls vermeintliches Erfolgsrezept klingt simpel: «Wir müssen dagegenhalten, wir dürfen nicht zu viel zulassen, wir dürfen uns von der Atmosphäre nicht beeinflussen lassen.» Ruhigbleiben, Konter setzen, defensiv gut stehen. Damit soll es klappen, und dann kann es am 26. Februar (19.00 Uhr) im Borussia-Park auch zu dem von Manager Eberl gewünschten «Finale» kommen.

Drei Fakten machen Mut: Granit Xhaka ist in Top-Verfassung und sorgte mit seiner Kopfballtor-Premiere im Fohlen-Dress für das 1:0 gegen Köln. Zudem stehen der lange verletzte André Hahn (Achillessehnenverletzung) und Martin Stranzl (Magen-Darm-Verstimmung) vor ihrem Comeback. «Wir wollen unbedingt gewinnen», tönte Xhaka voller Selbstvertrauen.