Männchenmachen in Wellen: Präriehunde testen Wachsamkeit

Schwarzschwanz-Präriehunde stellen einer Studie zufolge die Aufmerksamkeit ihrer Artgenossen auf die Probe, indem sie sich plötzlich auf den Hinterbeinen aufrichten.

Männchenmachen in Wellen: Präriehunde testen Wachsamkeit
Peter Förster Männchenmachen in Wellen: Präriehunde testen Wachsamkeit

Kopieren viele Mitglieder der Gruppe dieses Aufspringen, nehmen sich die Tiere anschließend mehr Zeit für die Nahrungssuche, wie Wissenschaftler im Fachjournal «Proceedings of the Royal Society B» berichten.

Durch die Kolonien der nordamerikanischen Erdhörnchen-Art (Cynomys ludovicianus) geht immer wieder eine Wellenbewegung, vergleichbar mit einer Zuschauer-Welle in einem Fußballstadion. Lange blieb unklar, wozu das Aufstellen dient. Forscher waren der Meinung, die Präriehunde markierten damit ihr Territorium, entwarnen nach einer Gefahr oder verstärkten die soziale Bindung zu ihren Nachbarn.

Biologen von der kanadischen Universität von Manitoba in Winnipeg haben nun beobachtet, wie sich ein Schwarzschwanz-Präriehund verhält, nachdem er so eine Welle ausgelöst hat. Fazit: Je mehr Artgenossen die Geste nachahmen und je länger diese Welle andauert, desto länger widmet sich das Tier anschließend der Suche nach Futter. Da die Kolonie offensichtlich wachsam ist und reagiert, darf das einzelne Erdhörnchen sich sicher fühlen. Die Wissenschaftler betonen, dass noch weitere Forschungen in diesem Bereich notwendig seien.

Die riesigen Kolonien der Präriehunde bestehen aus vielen Familien. Sie bewohnen trockenes Land mit niedriger Vegetation. Die Tiere werden etwa 35 Zentimeter lang und ernähren sich vor allem von Gras.