Modelabor Dior: Raf Simons wagt etwas in Paris

Wie ein Experimentierlabor der Mode mutete die Dior-Show von Raf Simons am Freitagabend in Paris an. In seiner dritten Prêt-à-Porter-Kollektion für das Modehaus setzte der belgische Designer auf Risiko, baute Diors legendäre Kostümjacken auseinander und setzte sie auf futuristische Weise neu zusammen.

Modelabor Dior: Raf Simons wagt etwas in Paris
Christophe Karaba Modelabor Dior: Raf Simons wagt etwas in Paris

Kunstvoll gewickelte Oberteile in Schwarz zu bunt plissierten Hosenrock-Minis, Jacken, aus deren Schößen leuchtende Seide hervorquoll, und silberner Jacquard zu korrekten Kostümen schienen wie aus einem Wunderland zu stammen.

Schriftzüge auf den Kleidern wie «Whisper Yellow» oder «Alice Garden» verstärkten den surrealen Eindruck. «Ein schöner Rosengarten wird giftig» gab Simons in den Unterlagen zur Show zu Protokoll. Schon die eindrucksvolle Regenwald-Kulisse der Schau und die exotischen Farben sorgten dafür.

Das Defilee des 45-Jährigen war bisher eines der spektakulärsten der seit Dienstag laufenden Prêt-à-Porter-Woche der Damenmode für Frühjahr/Sommer 2014. Im Publikum saß Prominenz wie Frankreichs hochelegante Première Dame Valérie Trierweiler oder die Schauspielerin Isabelle Huppert.

Simons stand mit seinem Vermengen der Kleidercodes nicht allein. Das Modehaus Maison Margiela, seit vielen Jahren auf Dekonstruktion spezialisiert, arbeitete sich an dem Thema «Zirkus» ab. Heraus kam ein erstaunlich harmonischer Mix aus schillernden Paillettenkleidern, Tüllcorsagen und silbernen Miedergürteln mit Nadelstreifenanzügen oder Trenchcoats. Der Look der Models war lässig mit locker fallenden Strähnenfrisuren und wenig Make-up.

«Giftfarben» gab es auch bei dem Japaner Yohji Yamamoto zu sehen. Neben dem üblichen Schwarz und Braun zierte kräftiges Grün, Pink und Orange seine soft gewickelten Entwürfe. Auch hier erinnerten die Mannequins an Wesen aus einem Märchenwald.