Mord-Ermittlungen gegen Ex-Pfleger: Leichen werden exhumiert

Im Zuge der Mord-Ermittlungen gegen einen früheren Krankenpfleger wollen die Ermittler zunächst acht Leichen exhumieren. Für vier weitere Leichen liegen ebenfalls schon Genehmigungen vor.

Der Präsident der Polizeidirektion Oldenburg, Johann Kühme, sagte, die Toten sollten auf einem Friedhof in der Region ausgegraben werden. Wo sich der Friedhof genau befindet, geben die Ermittler nicht bekannt. «Wir wollen verhindern, dass viele Schaulustige das Geschehen vor Ort verfolgen», sagte Kühme.

Der 38-jährige Ex-Pfleger ist vor dem Landgericht Oldenburg wegen dreifachen Mordes und zweifachen Mordversuchs an Patienten des Klinikums Delmenhorst angeklagt. Im Prozess hat er jedoch gestanden, für den Tod von bis zu 30 Patienten verantwortlich zu sein.

Wie viele Leichen insgesamt exhumiert werden, war zunächst unklar. Bei den Ermittlungen geht es derzeit um insgesamt rund 200 Fälle an seinen früheren Arbeitsorten: um 20 Fälle in Oldenburg, 8 Fälle beim Rettungsdienst und 174 Fälle am Klinikum Delmenhorst. Alle Fälle und die Exhumierungen gehen über die im Mordprozess angeklagten Fälle hinaus.

Die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage fordern für den 38-Jährigen lebenslange Haft. Am kommenden Donnerstag soll voraussichtlich das Urteil verkündet werden.