Mordprozess: Silvio S. hatte oft Kontakt zu kleinen Kindern

Der mutmaßliche Kindermörder Silvio S. hat in seinem Bekanntenkreis häufiger mit kleinen Mädchen und Jungen gespielt oder auf sie aufgepasst. «Silvio hat uns viel geholfen», sagte eine frühere Nachbarin im Mordprozess in Potsdam.

Mordprozess: Silvio S. hatte oft Kontakt zu kleinen Kindern
John Macdougall Mordprozess: Silvio S. hatte oft Kontakt zu kleinen Kindern

«Er hat auch mit den Kindern gespielt, wenn man mal weg musste», fuhr die Erntehelferin (59) fort. Nie habe es Probleme gegeben, das Miteinander sei «bombig» gewesen. «Die haben sich gut verstanden.» Silvio S. soll im Jahr 2015 nacheinander die beiden fremden Jungen Elias und Mohamed entführt und umgebracht haben.

Eine langjährige gute Bekannte von Silvio S. berichtete, dass ein kleines Nachbarsmädchen sogar für ihn kindlich geschwärmt habe, als sie acht oder neun und der Angeklagte Mitte 20 gewesen sei. «Sie haben herumgeschäkert und Händchen gehalten. Später erzählte mir Celine, dass sie sich geküsst hätten», so die 39-Jährige.

Sie habe das als Hirngespinst abgetan, weil dieses kleine Mädchen sich oft Dinge ausgedacht habe, sagte die Hausfrau weiter. Sie habe keinen Kuss gesehen, nur Händchenhalten. Dabei habe sie sich nichts Böses gedacht. Sie betonte: «Er hat mit meinen Kindern gespielt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Silvio so etwas gemacht haben soll.» Er sei eine Vertrauensperson für sie.

Der Dienstag war der dritte Tag des Mordprozesses. Das Verfahren soll bis Ende Juli dauern.