Heidemann scheitert bei Fecht-WM in Runde zwei

Britta Heidemanns phänomenale Serie riss im «Sudden Death». Die Enttäuschung der großen Dame des Degenfechtens nach dem frühen WM-Aus gegen Italiens ehemalige Europameisterin Bianca Del Carretto war entsprechend groß.

«Es lag mal wieder einfach nur an einem Treffer», sagte Dauer-Medaillengewinnerin Heidemann nach dem 13:14 in Runde zwei der Moskauer WM. Silber wie 2014 war futsch, Frust machte sich breit.

«Es ist wirklich scheiße gelaufen.» Viel mehr musste die Peking-Olympiasiegerin eigentlich gar nicht sagen. Sie tat es dennoch und fügte an, dass sie immerhin «gegen eine der Stärksten im Feld» verloren habe. Allerdings: «Ich habe sie in der Vergangenheit immer im Griff gehabt.» In Moskau war das nicht der Fall - und das frühe Aus ist für Heidemann ein Rückschlag im Kampf um die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro.

Klar: Die dauerhaften Probleme an der Achillessehne machen der Weltmeisterin von 2007, Europameisterin von 2009 und Olympia-Zweiten von London noch immer zu schaffen, wenngleich sich Bundestrainer Piotr Sozanski vor dem Start noch optimistisch geäußert hatte: «Sie ist in einer sehr guten Verfassung. Und ihre Verletzung hat sie im Griff.»

Schon bei der EM im Juni in Montreux (Platz 19) und bei den Europaspielen in Baku mit dem gleichfalls frühen Scheitern hatte Britta Heidemann ihre eigentlich große Dynamik nicht auf die Planche bringen können. «Mit fehlt einfach die Explosivität», sagte sie in der Olympia-Halle der russischen Hauptstadt.

Nun gilt die Konzentration der so wichtigen Team-Entscheidung am Samstag: «Jetzt müssen wir uns auf die Mannschaft konzentrieren.» Denn im Einzel büßte die vor Moskau an Position sieben des Weltrankings geführte Heidemann Zähler ein. «Da sieht es für mich gar nicht gut aus», meinte sie zu den Möglichkeiten, im Einzel den vierten Olympia-Start möglich zu machen. Heidemann: «Ich empfinde mich in einem schönen Kreislauf, den ich mir am liebsten erspart hätte.»

Von den vier deutschen Degenfechterinnen erreichte nur die Leverkusenerin Alexandra Ndolo das Achtelfinale. Im 32er-Feld schied die ehemalige WM-Siebte Monika Sozanska (Leipzig) beim 9:14 gegen Südkoreas Olympia-Zwölfte Choi Injeong aus. Ricarda Multerer aus Heidenheim hatte schon die 64er-Runde nicht überstanden.

Zwei der für das Hauptfeld qualifizierten deutschen Degenherren ereilte der K.o. unter den besten 64: Der ehemalige Europameister Jörg Fiedler (Leipzig) enttäuschte beim 13:15 gegen Joao Cordeiro aus Portugal ebenso wie Stephan Rein aus Heidenheim beim 8:15 gegen den Südkoreaner Jung Seung-Hwa.