DEB trennt sich von Bundestrainer Cortina

Der Weg für eine mögliche Rückkehr von Uwe Krupp als Eishockey-Bundestrainer ist frei. Der Deutsche Eishockey-Bund trennte sich erwartungsgemäß von Pat Cortina, dessen Vertrag nach drei Jahren zum 30. Juni ausläuft und nicht verlängert wird.

DEB trennt sich von Bundestrainer Cortina
Karl-Josef Hildenbrand DEB trennt sich von Bundestrainer Cortina

Die Nationalmannschaft brauche «zur Neuaufstellung auf dem Weg zur Heim-WM 2017 auch einen personellen Neustart», sagte DEB-Präsident Franz Reindl nach einem Gespräch mit Cortina.

Der Italo-Kanadier bedauerte seinen Abschied, er habe seine Zeit beim DEB sehr genossen: «Es war und ist immer eine große Ehre für mich, diese Position inne haben zu dürfen. Das ist etwas, wo ich mein ganzes Leben lang stolz drauf sein werde.»

Wer die Nationalmannschaft zukünftig betreuen und auf die Heim-Weltmeisterschaft 2017 vorbereiten soll, ist noch unklar. Als Topkandidat gilt Stanley-Cup-Sieger Krupp. Der frühere NHL-Profi ist aktuell Trainer der Eisbären Berlin und könnte in einer Doppelfunktion tätig sein. Zusammen mit der Liga müssten dafür die Voraussetzungen geschaffen werden.

Eine Entscheidung soll «vom DEB-Präsidium in Abstimmung mit dem DEB/DEL Direktorat und dem Kompetenzteam Sport mit Vertretern der Deutschen Eishockey Liga (DEL) getroffen» werden. Die Gespräche sollen spätestens Mitte Juni abgeschlossen sein, teilte der DEB mit.

Krupp wäre eine ideale Möglichkeit, der Heim-WM ein prominentes deutsches Gesicht zur bestmöglichen Vermarktung zu geben. Der 49-Jährige war bereits einmal Bundestrainer und bildete mit dem damaligen DEB-Sportdirektor Franz Reindl bis 2011 ein erfolgreiches Gespann. Dann musste er unter dem damaligen DEB-Präsidenten Uwe Harnos gehen, weil er einen Vertrag bei den Kölner Haien unterschrieb. «Die Krupp-Ära zu beenden war ein Fehler ohne Not», hatte Reindl bei der Weltmeisterschaft in Tschechien gesagt.

In Prag schaffte es das deutsche Eishockey-Team zum vierten Mal nacheinander und zum dritten Mal unter Cortina nicht in ein WM-Viertelfinale. Trotz etlicher Absagen beendete Deutschland die Titelkämpfe aber mit einem respektablem zehnten Rang. «Pat Cortina ist ein guter Coach mit tollem Charakter, der immer mit Leib und Seele bei der Sache ist», lobte Reindl. «Die umständehalber sehr schwere WM in Prag hat er bravourös gemeistert».

Cortina hat auch die 2013 erstmals in der DEB-Historie gescheiterte Olympia-Qualifikation als Trainer zu verantworten und hatte wegen mäßiger Ergebnisse keinen Rückhalt mehr. 2014 in Minsk spielte die deutsche Auswahl mit Platz 14 die schlechteste WM seit 2009, als das Team unter Krupp sportlich abgestiegen war und nur wegen der Heim-WM 2010 erstklassig blieb. Cortina hatte das Nationalteam 2012 als Nachfolger des Schweizers Jakob Kölliker übernommen.