Islamist wegen Terrors in Syrien zu elf Jahren Haft verurteilt

Ein junger Münchner muss wegen seiner Beteiligung am islamistischen Terror in Syrien elf Jahre in Haft. Das Oberlandesgericht München verurteilte den 27-Jährigen wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, versuchten Mordes und Beihilfe zum versuchten Mord.

Islamist wegen Terrors in Syrien zu elf Jahren Haft verurteilt
Sebastian Widmann Islamist wegen Terrors in Syrien zu elf Jahren Haft verurteilt

Die Bundesanwaltschaft hatte eine Verurteilung wegen Mordes und eine Haftstrafe von dreizehneinhalb Jahren gefordert. Der junge Mann war der erste Syrien-Rückkehrer, der wegen Mordes vor einem deutschen Gericht stand.

Der 27-jährige Harun P. hatte gestanden, in einem islamistischen Terrorcamp ausgebildet worden zu sein. Er gab in dem Prozess zu, beim Sturm von Terroristen auf das Zentralgefängnis von Aleppo, bei dem laut Bundesanwaltschaft fünf Gefangene und zwei Aufseher ums Leben kamen, eine Mörsergranate abgefeuert zu haben.

Der Sohn afghanischer Einwanderer hatte sich nach anfänglichem Zögern umfangreich zu den Vorwürfen geäußert und auch in anderen Prozessen gegen mutmaßliche Terroristen in Berlin und Düsseldorf ausgesagt. Dafür wird er inzwischen von Islamisten offen angefeindet, er gilt als Verräter.

Wegen seiner Aussagebereitschaft einigte sich der Senat unter dem Vorsitz von Richter Manfred Dauster mit den Prozessbeteiligten auf einen Deal mit einem Strafrahmen von 10 bis 14 Jahren. Die Verteidigung hatte zehn Jahre für ausreichend gehalten.