Kohlschreiber verpasst dritten Titel in München knapp

Philipp Kohlschreiber hat seinen dritten Titel beim ATP-Turnier in München knapp verpasst. Der Davis-Cup-Profi verlor am Montag im Endspiel gegen den Weltranglisten-Dritten Andy Murray nach großem Kampf mit 6:7 (4:7), 7:5, 6:7 (4:7).

Der Schotte verwandelte nach 3:04 Stunden seinen zweiten Matchball. Das Finale war beim Stand von 3:2 für Kohlschreiber im ersten Satz wegen Regens abgebrochen worden. Schon zuvor hatten beide Spieler stundenlang auf den Beginn warten müssen. Für Murray war es der erste Erfolg auf Sand überhaupt.

«Natürlich tut es sehr weh, wenn man alles gegeben und ein geiles Match gespielt hat», sagte Kohlschreiber nach der unglücklichen Niederlage im BR-Fernsehen. «Es war ein Match auf Augenhöhe. Ich habe am Limit gespielt und ihn heute zu seinem besten Tennis in der ganzen Woche gezwungen.» Murray war nach dem Erfolg, der ihm ein Preisgeld in Höhe von 80 000 Euro einbrachte, vor allem erleichtert. «Es war ein unglaublich anstrengendes Match. Philipp hat unglaublich stark gespielt und war extrem schwer zu schlagen.»

Bereits in wenigen Tagen könnte Kohlschreiber die Gelegenheit zur Revanche bekommen, schließlich ging es für die beiden Finalisten nach dem Endspiel direkt weiter nach Madrid. Beim dortigen Masters-Event wird Kohlschreiber bereits an diesem Dienstag in der ersten Runde wieder gegen den Kolumbianer Alejandro Falla gefordert sein. Bei einem Erfolg wartet in der zweiten Runde dann erneut Murray, der in der spanischen Hauptstadt zunächst ein Freilos hat.

Nach dem verregneten Sonntag meinte es das Wetter am Montag deutlich besser mit den Spielern und Organisatoren. Murray und Kohlschreiber schenkten sich nach der Wiederaufnahme von Anfang an nichts. Schon der erste Satz dauerte 56 Minuten, ehe Murray im Tiebreak die etwas besseren Nerven hatte.

Doch Kohlschreiber zeigte wieder einmal Moral. Schon im Viertelfinale gegen David Goffin aus Belgien und danach im Halbfinale gegen den Österreicher Gerald Melzer hatte der Augsburger den ersten Durchgang abgegeben, sich dann aber in die Partie zurückgekämpft. Auch gegen Murray schaffte der 31-Jährige den Satzausgleich. Zum 3:2 gelang ihm das erste Break der Partie, allerdings musste er direkt danach selbst sein Service abgeben. Zum 6:5 nahm er Murray allerdings ein weiteres Mal den Aufschlag ab und holte sich kurz darauf nach insgesamt 2:02 Stunden den zweiten Satz mit 7:5.

Im entscheidenden Durchgang brachten sowohl Kohlschreiber als auch Murray ihre Aufschläge durch, so dass die Entscheidung im Tiebreak fallen musste. Dort unterliefen der deutschen Nummer eins am Ende ein, zwei Fehler zu viel, die Murray am Ende zum Triumph nutzte.