Munich Re erwartet Gewinnrückgang

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re stellt sich wegen des schwierigen Umfelds mit historisch niedrigen Zinsen und anhaltendem Preisdruck auf weiter schrumpfende Gewinne ein.

In diesem Jahr dürfte unter dem Strich nur noch ein Überschuss von 2,5 bis 3,0 Milliarden Euro stehen, nach 3,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. In das von der Ausgangslage schwierige Jahr gehe man aber zuversichtlich, sagte Konzernchef Nikolaus von Bomhard. 

Trotz der magereren Ertragsaussichten will der Konzern bis zu eine weitere Milliarde Euro über einen neuen Aktienrückkauf an die Anleger ausschütten. Angesichts des Preisverfalls im Kerngeschäft mit Deckungen für Naturkatastrophen und anderen Risiken sieht die Unternehmensführung derzeit keinen Sinn darin, das Kapital für eine Ausweitung des Geschäfts einzusetzen. 

Auch große Zukäufe hat von Bomhard derzeit nicht auf dem Zettel. Vielmehr rüste man sich mit «Innovation, Innovation und nochmals Innovation» für die Umbrüche in der Branche.

Wachstumschancen sieht die Munich Re bei neuen Risiken und digitalen Geschäftsmodellen für den konzerneigenen Erstversicherer Ergo. Geografisch hat das Unternehmen beispielsweise die Boom-Regionen in Asien im Blick. Auch für Themen wie Cyber-Attacken, die Energieversorgung, Lieferketten- oder Betriebsunterbrechungen und den Schutz von Reputationsrisiken wie sogenannten Shitstorms im Internet entwickelt der Rückversicherer Lösungen.

Im vergangenen Jahr gab der Überschuss des Konzerns von 3,3 Milliarden Euro auf 3,2 Milliarden Euro nach, wie bereits im Februar bekanntgegeben worden war. Dabei kam der Munich Re neben vergleichsweise geringen Schäden durch Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Unwetter auch eine Steuergutschrift zugute. Die gebuchten Bruttobeiträge verringerten sich von 51 auf knapp 49 Milliarden Euro. In diesem Jahr dürften die Kosten für Schäden wieder steigen, erwartet das Unternehmen.

Auch die Abwicklung der Bad Bank der einstigen österreichischen Skandalbank Hypo Alpe Adria trifft die Munich Re: Durch eine Wertberichtigung dürfte das Ergebnis des ersten Quartals um einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag belastet werden, sagte Munich-Re-Finanzvorstand Jörg Schneider.

Anfang Februar hatte das österreichische Finanzministerium bekanntgegeben, dass die Bad Bank namens Heta abwickelt wird. Auch deutsche Finanzhäuser könnten deshalb womöglich auf ihren Forderungen sitzenbleiben.