Mutmaßlicher Kindermörder räumt keine weiteren Taten ein

Der mutmaßliche Mörder der beiden Jungen Elias und Mohamed hat nach Angaben seiner Anwälte bisher keine weiteren Taten eingeräumt.

Mutmaßlicher Kindermörder räumt keine weiteren Taten ein
Ralf Hirschberger Mutmaßlicher Kindermörder räumt keine weiteren Taten ein

«Er hat gesagt: Es gibt keine weiteren Opfer», sagte sein Anwalt Mathias Noll. Der 32-jährige Tatverdächtige hatte gestanden, den vierjährigen Flüchtlingsjungen Mohamed aus Berlin sowie den sechsjährigen Elias aus Potsdam umgebracht zu haben. Am Abend sollte im Potsdamer Stadtteil Schlaatz bei einer Gedenkfeier an Elias erinnert werden. Dort war der Grundschüler Anfang Juli entführt worden.

Der Beschuldigte aus dem brandenburgischen Niedergörsdorf sitzt derzeit in Berlin in Untersuchungshaft. Vergangene Woche konnten die Anwälte das bislang einzige Mal mit ihm sprechen. Sie warten derzeit auf Akteneinsicht. «Wir rechnen schnellstmöglich damit», sagte Noll. Dann werde über das weitere Vorgehen beraten.

Nach Angaben der Berliner Justizverwaltung wurde der 32-Jährige am Sonntag in der JVA Moabit während einer Freistunde von einem Mithäftling attackiert. Dabei sei er leicht verletzt worden. Zuvor hatten «B.Z.» und «Bild»-Zeitung online darüber berichtet.

Die Brandenburger Staatsanwaltschaft hatte am Montag die Ermittlungen in den beiden Mordfällen von der Berliner Behörde übernommen, weil beide Jungen in Brandenburg getötet wurden.

Wann der mutmaßliche Doppelmörder in die Haftanstalt Brandenburg/Havel überführt wird, ist noch unklar. Dies solle «zeitnah» geschehen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Potsdam. Einen Termin nannte die Behörde nicht. Neue Details zu den Ermittlungen gab es am Dienstag ebenfalls nicht. Wann die Obduktion von Elias abgeschlossen sein wird, ist noch offen. Medienberichte, wonach auf den Computern des Verdächtigen Kinderpornografie gefunden worden sein soll, bestätigte die Staatsanwaltschaft nicht.

Im Rathaus von Luckenwalde liegen seit Dienstag Kondolenzbücher für die ermordeten Kinder aus. Seit dem Morgen kommen Bürger, um ihre Anteilnahme zu zeigen, wie Pressesprecherin Sonja Dirauf mitteilte. Der mutmaßliche Mörder hatte die Leiche des Jungen in einer Kleingartenkolonie in der brandenburgischen Stadt vergraben.

Auf dem Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin haben sich inzwischen rund 80 Menschen in das am vergangenen Freitag ausgelegte Kondolenzbuch eingeschrieben. Dort war der vierjährige Mohamed aus Bosnien-Herzegowina am 1. Oktober entführt worden.