Myanmars Regierungspartei spricht von starken Verlusten

In Myanmar hat die militärnahe Regierungspartei USDP starke Verluste bei der historischen Parlamentswahl eingeräumt.

«Wir haben sämtliche Sitze in der Region des Irrawaddy-Delta verloren», sagte der USDP-Vorsitzende Htay Oo der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Das Delta galt als eine Machtbasis der Regierungspartei. Auch der Parteichef verlor seinen Sitz. «Landesweit gab es mehr Niederlagen als Siege», sagte Htay Oo dem Sender DVB. Die Partei akzeptiere das, der Wille des Volkes zähle. Myanmar war bis 2011 eine Militärdiktatur.

Die oppositionelle Nationalliga für Demokratie (NLD) zeigte sich in ihrer Parteizentrale unterdessen siegesgewiss. «Es ist zu früh, unseren Kandidaten zu gratulieren, aber ihr habt sicher alle eine Vorstellung, wie die Ergebnisse aussehen», sagte die Vorsitzende, Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi (70) . Niemand solle aber herumprahlen, das verletze die Gefühle der Verlierer.

Die Wahlkommission wollte erst am Abend erste Ergebnisse präsentieren.

Rund 30 der gut 50 Millionen Einwohner konnten am Sonntag erstmals seit 25 Jahren ein Parlament frei wählen. Suu Kyi, die 15 Jahre unter Hausarrest stand, will Regierungschefin werden.