Mysteriöser Attentäter verbreitet in Paris Angst

Ein unbekannter Attentäter hat in Paris die Redaktion der linksliberalen Zeitung «Libération» überfallen und einen jungen Mann niedergeschossen.

Mysteriöser Attentäter verbreitet in Paris Angst
Etienne Laurent Mysteriöser Attentäter verbreitet in Paris Angst

Der mit einer Pumpgun bewaffnete Täter stürmte am Montagvormittag in das Gebäude und feuerte zweimal auf einen Fotoassistenten. Das 27 Jahre alte Opfer wurde in Brust und Bauch getroffen und musste schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Das Motiv für die Tat war zunächst nicht bekannt.

Der etwa 40 Jahre alte Täter konnte entkommen. Er wird nach Angaben von Ermittlern verdächtigt, derselbe Mann zu sein, der Ende vergangener Woche in das Foyer des Senders BFM-TV gestürmt war und dort mit einer Waffe einen Redakteur des französischen Privatsenders bedrohte. Schüsse fielen dabei nicht, allerdings wurden später zwei Patronen auf dem Fußboden gefunden. Der Verdächtige wurde als «europäischer Typ» mit glattrasiertem Schädel beschrieben.

Die Polizei stationierte am Montag vor größeren Redaktionen Sicherheitskräfte. Auch vor Nachrichtenagenturen sollte es zusätzliche Patrouillen geben. Präsident François Hollande forderte Innenminister Manuel Valls auf, alle Mittel zu mobilisieren, um den oder die Täter zu ergreifen. Valls sprach bei einem Besuchs des Tatorts von einer Kriegsszenerie und einer echten Gefahr, die von dem Attentäter ausgehe. Auch Kommunikationsministerin Aurélie Filippetti zeigte sich bestürzt. «In einem demokratischen Land muss die Presse arbeiten können, ohne sich einzubunkern», sagte sie.

Unklar war zunächst, ob die Anschläge auf die Medien in Zusammenhang mit weiteren Verbrechen stehen. Kurze Zeit nach dem Überfall auf die Redaktion der «Libération» feuerte am Montag ein Mann vor dem Hochhaus der französischen Großbank Société Générale mehrere Schüsse ab, ohne dabei jemanden zu verletzen. Nach Informationen der «Libération» kaperte vermutlich derselbe Mann kurz darauf ein Auto und ließ sich vom Geschäftsviertel La Défense in die Nähe der Pariser Champs-Élysées fahren. Die Polizei suchte dort mit einem Großaufgebot nach ihm.