Nabucco verliert: Trans-Adria-Pipeline siegt im Gas-Poker

Nun ist der Rückschlag für das von der EU unterstützte Nabucco-Projekt offiziell: Das aserbaidschanische Gaskonsortium Shah Deniz II wird sein Gas durch die Trans-Adria-Pipeline (TAP) nach Westeuropa pumpen.

Nabucco verliert: Trans-Adria-Pipeline siegt im Gas-Poker
Ulf Mauder Nabucco verliert Gas-Poker gegen Trans-Adria-Pipeline

Das gab der Regionalchef des Energiekonzerns BP, Gordon Birrell, bekannt, wie aserbaidschanische Staatsmedien aus der Hauptstadt Baku berichteten.

Das EU-Projekt Nabucco ging damit leer aus. Nabucco sollte von der türkisch-bulgarischen Grenze über Wien nach Europa liefern und so die Abhängigkeit von russischem Gas verringern. Stattdessen wird das Erdgas durch das Shah-Deniz II-Konsortium unter der Führung von BP durch die TAP geliefert. Die Leitung verläuft vom Kaspischen Meer über Griechenland, Albanien durch die Adria bis zum Süden Italiens und dann von dort weiter nach Westeuropa.

An TAP sind die Energiekonzerne Axpo (Schweiz) und Statoil (Norwegen) mit je 42,5 Prozent sowie mit 15 Prozent der deutsche Konzern E.ON Ruhrgas beteiligt. Bereits am Mittwoch hatte das österreichische Öl-und Gaskonsortium OMV die Entscheidung der Aserbaidschaner durchsickern lassen. Eine offizielle Bestätigung hatte es aber noch nicht gegeben.