Nach Amoklauf handgemalte IS-Flagge entdeckt

Die Terrormiliz "Islamistischer Staat" beansprucht den Angriff in Würzburg für sich. Der bayerische Innenminister bestätigte unterdessen, dass eine IS-Flagge im Zimmer des afghanischen Flüchtlings gefunden worden sei.

Mit einer Axt griff ein junger Mann Reisende in einem Zug an.
Karl-Josef Hildenbrand Mit einer Axt griff ein junger Mann Reisende in einem Zug an.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben aus ihr nahestehenden Kreisen die Verantwortung für die Axt-Attacke in einem Regionalzug bei Würzburg übernommen. Bei dem Angreifer handele es sich um einen IS-Kämpfer, berichtete die IS-nahe Nachrichtenagentur Amak am Dienstag im Internet. Die Echtheit der Erklärung ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Ermittler hatten zuvor Hinweise auf einen möglichen radikal-islamischen Hintergrund des erschossenen Täters entdeckt.

"Bei der Durchsuchung seines Zimmers ist auch eine handgemalte IS-Flagge gefunden worden", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im ZDF-"Morgenmagazin". In der Nacht hatte Herrmann mitgeteilt, dass der 17-jährige Flüchtling laut einer Zeugenaussage einen "islamischen Ausruf" gemacht haben soll bevor die Polizei ihn erschoss. Dies sei aber noch nicht erwiesen.

Ähnlich wie im Würzburger Fall hatte der IS zuvor die Verantwortung für das Attentat von Nizza übernommen. Eine Erklärung von der Terrormiliz selbst wurde bislang nicht veröffentlicht. Unklar ist in beiden Fällen, ob der IS dabei nur als Trittbrettfahrer auftritt.