Nach BASF-Rückschlag: Börse fürchtet um RWE-Russland-Deal

Nach dem geplatzten Deal zwischen dem russischen Gazprom-Konzern und dem weltgrößten Chemiekonzern BASF befürchten Anleger auch das Scheitern des von RWE geplanten Verkaufs der Öl- und Gasfördertochter Dea an einen russischen Investor.

Nach BASF-Rückschlag: Börse fürchtet um RWE-Russland-Deal
Angelika Warmuth Nach BASF-Rückschlag: Börse fürchtet um RWE-Russland-Deal

RWE- und BASF-Aktien gehörten am Freitag zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex Dax. Ein RWE-Sprecher erklärte am Freitag in Essen: «Wir arbeiten daran, die Transaktion zügig abzuschließen. Allerdings stehen noch einige Zustimmungen Dritter aus. Ob wir die Gespräche hierzu bereits 2014 abschließen können, lässt sich derzeit nicht absehen.»

RWE will Dea für 5,1 Milliarden Euro an den russischen Oligarchen Michail Fridman verkaufen. Doch die britische Regierung blockiert wegen der politischen Sanktionen gegen Russland dieses Geschäft. Eigentlich sollte der Deal bis Ende 2014 über die Bühne gehen. Händlern zufolge geht an der Börse die Angst um, dass auch dieser Deal scheitern könnte. BASF- als auch RWE-Aktien zeigten am Freitag im Tagesverlauf kräftige Verluste.

Am Vorabend hatten BASF und Gazprom mitgeteilt, dass das bis Jahresende vorgesehene Milliardentauschgeschäft zwischen den beiden Konzernen nicht vollzogen wird. Bei diesem Geschäft hätte die BASF-Tochter Wintershall das bislang gemeinsam mit den Russen betriebene Erdgashandels- und Speichergeschäft vollständig an Gazprom übertragen. Im Gegenzug war die gemeinsame Erschließung von Gasfeldern in Westsibirien vorgesehen. Analysten werteten das Scheitern des Tauschgeschäfts, das wegen der politischer Spannungen mit Russland nicht zustande kam, als Rückschlag für den Chemiekonzern.