Nach Crash in China: Ermittlungen gegen Börsenaufsichts-Vize

Chinas Anti-Korruptionswächter haben eine Untersuchung gegen den stellvertretenden Chef der Börsenaufsicht des Landes eingeleitet.

Zhang Yujun werden «schwere Verletzungen der Disziplin» vorgeworfen, wie chinesische Staatsmedien am Donnerstag berichteten. Eine Formulierung, die in der Regel in Verbindung mit Korruptionsvergehen genutzt wird.

Den Ermittlungen gegen Zhang Yujun waren in den vergangenen Wochen eine ganze Reihe von Festnahmen vorausgegangen, mit denen die Regierung versuchte, Sündenböcke für die Börsenturbulenzen der vergangenen Monate zu präsentieren.

Die Behörden hatten unter anderem den Journalisten eines chinesischen Wirtschaftsmagazins und einen Mitarbeiter der Börsenaufsicht öffentlich vorgeführt.

Sie mussten gestehen, mit ihrem Verhalten Chaos an den Märkten ausgelöst zu haben und für den Kursverfall mitverantwortlich zu sein. Auch ausländische Hedgefonds wurden beschuldigt, die Verwerfungen herbeigeführt zu haben.

Erst am Dienstag hatten chinesische Behörden bekanntgegeben, dass auch Untersuchungen gegen die Führung von Chinas größter Investmentbank Citic Securities eingeleitet wurden. Mehrere Manager, darunter Geschäftsführer Cheng Boming, werden demnach des Insider-Handels und der Weitergabe von sensiblen Informationen beschuldigt.

Die Aktienmärkte in China hatten in den vergangenen Monaten eine wilde Berg- und Talfahrt erlebt. In einem auch durch Staatsmedien befeuerten Börsenfieber war der Leitindex in Shanghai seit Sommer vergangenen Jahres zunächst um über 150 Prozent gestiegen. Privatanleger hatten massenhaft Aktien auf Kredit gekauft. Seit Mitte Juni sind die Kurse jedoch trotzt milliardenschwerer Stützungsmaßnahmen der Regierung um 40 Prozent abgesackt.

Am Donnerstag rutschten die Aktienmärkte weiter ins Minus. Nach einem freundlichen Start verlor der Composite Index in Shanghai bis Handelsschluss 2,1 Prozent. Der Component Index in Shenzhen büßte 1,5 Prozent ein.