Nach Erdbeben in Taiwan: Hoffnung der Retter schwindet

Mehr als drei Tage nach dem starken Erdbeben in Südtaiwan ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf 41 gestiegen. Und sie wird vermutlich noch weiter steigen.

Wie örtliche Medien berichteten, zogen die Retter die Leiche eines 15-jährigen Jungen aus den Trümmern eines 16-stöckigen Wohnhauses in der Millionenstadt Tainan, das nach dem Beben der Stärke 6,4 am Samstagmorgen eingestürzt war. Zwar orteten die Bergungskräfte in den Überresten des Gebäudes weitere Lebenszeichen. Die Menschen konnten allerdings noch nicht gerettet werden, weil sie von zu viel Schutt umschlossen waren. 

Die Chancen, mehr als drei Tage nach der Katastrophe noch viele Überlebende zu finden, verschlechtern sich zunehmend. Mehr als 100 Menschen wurden am Dienstag noch vermisst. Zuvor waren am Montag vier Menschen lebend aus den Trümmern gerettet worden, darunter ein achtjähriges Kind.

Die Behörden vermuten Pfusch am Bau als Ursache dafür, dass das 16-stöckige Haus dem Beben nicht standhalten konnte. Wie die taiwanesische Nachrichtenagentur CNA am Dienstag berichtete, beantragte die Staatsanwaltschaft die Festsetzung von drei ehemaligen Managern des Immobilienentwicklers, der Anfang der 90er-Jahre für den Bau des Hochhauses verantwortlich gewesen war.

In der Zwei-Millionen-Metropole Tainan waren nach dem Beben zehn Gebäude eingestürzt. Mehr als 350 Menschen konnten lebend geborgen werden. Über 500 Menschen wurden verletzt.

Ein noch schlimmeres Erdbeben hatte sich in Taiwan 1999 ereignet, als 2400 Menschen ums Leben kamen. Damals wurde eine Stärke von 7,3 gemessen.