Nach Explosionsunglück in China: Regen verschärft Situation

Der erste Regen seit dem Explosionsunglück im Hafen von Tianjin hat in der nordchinesischen Stadt neue Angst vor giftigen Stoffen umgehen lassen.

Nach Explosionsunglück in China: Regen verschärft Situation
Ryan Tong Nach Explosionsunglück in China: Regen verschärft Situation

Auf den Straßen liege weiße Flüssigkeit, berichtete die Zeitung «Global Times» in sozialen Medien. Auch andere chinesische Reporter berichteten von ungewöhnlichem weißem Schaum auf den Straßen.

Der Chefingenieur des Umweltamtes der Zehn-Millionen-Metropole, Bao Jingling, riet der Bevölkerung sich so weit wie möglich von den Verschmutzungen nahe der Unglücksstelle aufzuhalten. Der Regen löste Sorgen aus, dass die weit verstreuten Chemikalien auf Wasser gefährlich reagieren könnten oder Abwasser vergiftet werden könnten.

Durch die Explosionen nach einem Feuer in dem Gefahrgutlager am späten Mittwochabend sind mindestens 114 Menschen ums Leben gekommen. 70 Menschen wurden noch vermisst. In Krankenhäusern wurden fast 700 Menschen behandelt, darunter 57 Schwerverletzte.

Mit einer Schweigeminute und dem Heulen von Schiffssirenen trauerten die Menschen in Tianjin am Dienstag der Opfern. Der siebte Tag nach dem Tod ist in China traditionell der Trauertag. Die Aufräumarbeiten in dem riesigen Trümmerfeld mit herumgewirbelten Containern, ausgebrannten Häusern und Chemikalien kommen nur langsam voran.

Bergungstrupps mit Spezialisten brachten bis Montagabend rund 150 Tonnen mit gefährlichen Chemikalien in Sicherheit, wie Vizebürgermeister He Shushan berichtete.