Nach Gasexplosion: Staatsanwalt hält Brandstiftung für möglich

Nach der verheerenden Gasexplosion im rheinland-pfälzischen Harthausen wird in alle Richtungen ermittelt.

Nach Gasexplosion: Staatsanwalt hält Brandstiftung für möglich
Fredrik von Erichsen Nach Gasexplosion: Staatsanwalt hält Brandstiftung für möglich

«Ich schließe nichts aus, halte auch eine Brandstiftung für möglich», sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Hubert Ströber, am Montag. Das Land kündigte Hilfsmaßnahmen für die Betroffenen an.

Ströber sagte, es gebe Hinweise, dass auf dem Gelände der Gasfirma vor der Explosion zwei abgestellte Lkw in Brand geraten seien. Dies könne darauf hindeuten, dass das Feuer gelegt wurde. Aber auch eine technische Ursache sei denkbar. Die Ermittler gingen zudem Hinweisen nach, wonach der Firmeninhaber vor der Katastrophe bedroht worden sei. Dazu hätten bereits Zeugenvernehmungen stattgefunden, sagte Ströber. Medien hatten berichtet, der Mann sei in Sozialen Netzwerken bedroht worden.

Der Lkw-Brand auf dem Hof der Firma war am Samstagmorgen ausgebrochen. Kurz nach dem Eintreffen der Feuerwehr explodierte ein Gastank. Die Hitze verletzte 16 Feuerwehrleute an Haut und Atemwegen. 13 von ihnen lagen am Montag noch im Krankenhaus.

Die Druckwelle der Explosion war so stark, dass Gastanks mehrere hundert Meter weit flogen. Mindestens ein Dutzend Gebäude in dem Ort wurden infolge der Druckwelle beschädigt. Nach Schätzung der Polizei geht der Schaden in die Millionen. Weil weitere Explosionen drohten, wurde der Ort aus Sicherheitsgründen komplett geräumt. Die rund 3000 Bewohner durften erst am frühen Sonntagnachmittag in ihre Wohnungen zurückkehren.

Das Kabinett des Landes beschloss am Montag erste Unterstützungsmaßnahmen. Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz habe einen Mitarbeiter vor Ort entsandt, der bei der Unfallmeldung und der Beratung der Betroffenen helfen solle, teilte die Staatskanzlei mit. Für Dienstag sei ein Beratungsabend vor Ort geplant. Zudem werde geprüft, inwieweit die Investitions- und Strukturbank kurzfristig finanzielle Überbrückungshilfen für die Schäden leisten könne.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte: «Unsere Gedanken sind weiterhin bei den Verletzten und ihren Familien. Es wird noch eine Weile dauern bis in Harthausen der Alltag zurückkehren kann.» Der Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz reagierte entsetzt auf die Möglichkeit, dass der Brand gelegt wurde. In diesem Fall hätten die Täter unbeteiligte Einsatzkräfte in Todesgefahr gebracht, erklärte Verbandspräsident Frank Hachemer.