Nach Geiseldrama: Polizei stürmt Restaurant in Dhaka

Nach einem stundenlangen Geiseldrama in der Hauptstadt von Bangladesch sind die Sicherheitskräfte am Morgen zum Sturm angetreten. Dabei wurden mindestens fünf Geiselnehmer getötet, sagte ein Polizeibeamter dem örtlichen Nachrichtensender Channel 24.

Nach Geiseldrama: Polizei stürmt Restaurant in Dhaka
Stringer Nach Geiseldrama: Polizei stürmt Restaurant in Dhaka

Zuvor waren bereits zwei Polizisten bei Schusswechseln mit den Geiselnehmern gestorben. Nach inoffiziellen Angaben der Polizei und lokalen Medien wurden zwischen fünf und 13 der Geiseln befreit. Offizielle Zahlen wurden jedoch zunächst nicht genannt.

Spezialeinheiten von Polizei und Militär hatten zuvor das Gebiet rund um das Restaurant im Diplomatenviertel von Dhaka abgeriegelt und schweres Gerät aufgefahren. Während der Aktion waren Schüsse und Explosionen zu hören. Nach Angaben von lokalen Reportern vor Ort wurde die Aktion nach kurzer Zeit beendet. Mehrere Rettungswagen standen demnach vor dem Restaurant.

In der Nacht zum Samstag hatten mindestens acht Bewaffnete das spanische Restaurant «Holey Artisan Bakery» angegriffen und sich dort mit mindestens 20 Geiseln verschanzt. Unter den Geiseln waren auch sieben Italiener, berichtete die italienische Agentur Ansa. Nach Angaben aus Tokio waren möglicherweise auch Japaner betroffen. Schon zu Beginn der stundenlangen Belagerung starben nach Behördenangaben zwei Polizisten, und mindestens 25 Menschen wurden verletzt.

Nach Angaben der US-Terrorbeobachtungsstelle Site bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu dem Angriff auf das Restaurant. Site berief sich auf Berichte der IS-nahen Nachrichtenagentur «Amaq». Zudem veröffentlichte Site über Twitter ein Poster der dem IS nahe stehenden «Sons Caliphate Army», das sich auf den Anschlag bezieht. Die Behörden haben sich noch nicht zu den Tätern geäußert.

Seit Anfang 2013 leidet das muslimische Bangladesch mit seinen rund 160 Millionen Einwohnern unter einer Serie islamistisch motivierter Angriffe. Opfer sind in der Regel Religionskritiker, Intellektuelle und Angehörige religiöser Minderheiten. Auch gegen ausländische Staatsbürger wurden schon Anschläge verübt.

Zu vielen der Attentate bekannten sich islamistische Organisationen wie Al-Kaida und der Islamische Staat (IS) oder lokale Organisationen, die mit ihnen verbunden sind. Die Regierung bestreitet jedoch, dass der IS in Bangladesch aktiv sei und macht örtliche Extremistengruppen und die Opposition für die Anschläge verantwortlich.