Nach «Ja» für Heidel: Schalke verpasst Königsklassen-Platz

Wenige Stunden nach dem «Ja» für den neuen Sportvorstand Christian Heidel hat der FC Schalke 04 am Sonntag beim 1:1 (1:0) gegen den VfB Stuttgart einen Sieg verspielt und damit den Sprung auf den vierten Tabellenplatz verpasst.

Nach «Ja» für Heidel: Schalke verpasst Königsklassen-Platz
Bernd Thissen Nach «Ja» für Heidel: Schalke verpasst Königsklassen-Platz

Die Manager-Frage ist geklärt, aber der Sprung auf einen Champions-League-Platz wurde vom FC Schalke verpasst. Joker Martin Harnik rettete den Schwaben mit seinem Treffer in der 74. Minute einen Punkt, wenngleich die Siegesserie der besten Rückrunden-Mannschaft riss.

Winter-Neuzugang Younes Belhanda (14. Minute) hatte in der ersten Halbzeit vor 61 262 Zuschauern in der Schalker Arena den Führungstreffer für die Königsblauen erzielt. Durch das 1:1 belegt Schalke mit 34 Punkten den sechsten Platz. Die zuletzt fünfmal siegreichen Schwaben sind mit 28 Zählern Elfter.

Vor dem Spiel hatte der Schalker Aufsichtsrat eine strategische Entscheidung getroffen. Das elfköpfige Gremium stimmte einer Verpflichtung Heidels zur neuen Saison zu. Der bisherige Mainzer Manager tritt die Nachfolge von Horst Heldt an und erhält einen Vierjahresvertrag bis 2020. Aufsichtsrat-Chef Clemens Tönnies war hinterher zufrieden. Heidel sei mit seiner «sportfachlichen Kompetenz und Erfahrung, seinen erwiesenen Führungsqualitäten und seiner positiven Ausstrahlung der richtige Mann für Schalke», erklärte Tönnies.

Einen guten Griff hat Schalke offenbar auch mit Belhanda gemacht. Der Neuzugang von Dynamo Kiew brachte die Gastgeber mit seinem zweiten Tor im vierten Bundesliga-Spiel früh in Führung. Der Stürmer traf aus gut 15 Metern per Kopf, nachdem der Stuttgarter Torhüter Przemyslaw Tyton zuvor einen Schuss von Allessandro Schöpf mit dem Fuß nach vorne abgewehrt hatte.

Der Treffer spielte Schalke in die Karten. Stuttgart übernahm die Initiative, die Elf von André Breitenreiter lauerte auf schnelle Gegenangriffe. Weitere Schalker Chancen besaßen Klaas-Jan Huntelaar mit einem abgefälschten Schuss (18.) und Joel Matip per Kopf (19.).

Dabei standen die Jungstars Max Meyer und Leroy Sané gar nicht in der Startformation. Meyer fehlte wegen einer Mandelentzündung. Sané bekam eine Pause verordnet, die aber nicht lange anhielt. Nach einer Hüftverletzung von Eric-Maxim-Choupo-Moting musste der Youngster bereits in der 22. Minute wieder auf den Platz.

Stuttgart erwies sich aber als gefährlicher Gegner. Schon vor dem Gegentor zwang Christian Gentner den Schalker Torhüter Ralf Fährmann zu einer Parade (6.). Der erneut starke Keeper war auch bei einem 18-Meter-Schuss von Timo Werner (19.) zur Stelle. Bei einem abgefälschten Schuss von Werner kurz vor der Pause wäre Fährmann aber machtlos gewesen, der Ball strich knapp über die Latte.

Die Schwaben konnten dabei wieder auf ihren Leistungsträger Daniel Didavi nach abgesessener Rotsperre zurückgreifen. Doch schon im nächsten Spiel wird der Mittelfeldspieler wieder fehlen, nachdem er die fünfte Gelbe Karte sah. Noch viel länger fällt Torjäger Daniel Ginczek aus, nachdem er in der vergangenen Woche einen Kreuzbandriss erlitten hatte. Die VfB-Spieler zeigten vor dem Anpfiff eine feine Geste und trugen eine Trainingsjacke mit der Aufschrift «Ginczek» und dessen Rückennummer 33.

Im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer ein unverändertes Bild mit Chancen auf beiden Seiten: Huntelaar scheiterte aus kurzer Entfernung an Tyton (54.) und Leon Goretzka schoss in aussichtsreicher Position über das VfB-Tor (61.). Auf der Gegenseite wurde es brenzlig, als Fährmann von Mitspieler Roman Neustädter angeschossen wurde (56.) und Alexandru Maxim mit einem Seitfallzieher scheiterte (72.). Dann war es aber doch passiert: Ein Kopfball von Gentner konnte Fährmann nur noch vor der Füße von Harnik abwehren, der den Ball über die Linie drückte. Danach war der VfB dem zweiten Tor sogar näher.