Nach Krawallen in Leipzig Verfahren wegen Landfriedensbruchs

Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat nach den Krawallen bei Protesten gegen eine Neonazi-Demonstration zahlreiche Verfahren wegen schweren Landfriedensbruchs eingeleitet.

Nach Krawallen in Leipzig Verfahren wegen Landfriedensbruchs
Sebastian Willnow Nach Krawallen in Leipzig Verfahren wegen Landfriedensbruchs

«Es gibt auch andere Verstöße, aber überwiegend geht es um diesen Vorwurf», sagte Behördensprecher Ricardo Schulz der Deutschen Presse-Agentur. «Es gibt etliche Verfahren gegen Vermummte, die mit Steinen geworfen haben. Das war ein Gewaltexzess.» Einige von ihnen habe die Polizei ermitteln können. Die Ermittlungen richteten sich zunächst ausschließlich gegen die linksautonome Szene.

Bei den Krawallen waren nach Behördenangaben 69 Polizisten verletzt und 50 Dienstfahrzeuge beschädigt worden. Die Polizei nahm 23 Menschen vorübergehend in Gewahrsam. Sie sind inzwischen alle wieder auf freiem Fuß.

Auch der seit Jahren gegen Rechtsextremismus engagierte Jenaer Stadtjugendpfarrer Lothar König war am Rande der Neonazi-Demo in Gewahrsam genommen worden. Er hatte auf einer linken Gegendemo von seinem Lautsprecherwagen aus gesprochen. Es habe sich um eine Präventivmaßnahme der Polizei gehandelt, sagte Schulz dazu. Gegen König werde ebenfalls ermittelt. Es bestehe der Anfangsverdacht des aufwieglerischen Landfriedensbruchs.