Nach Leichenfund in Lkw: Vier Verdächtige in U-Haft

Zwei Tage nach dem grausigen Fund von 71 vermutlich erstickten Flüchtlingen in einem Lastwagen bei Wien hat Ungarn vier mutmaßliche Schlepper in Untersuchungshaft genommen.

Das Kreisgericht der südungarischen Stadt Kecskemet verhängte die U-Haft am Samstag gegen drei Bulgaren im Alter von 29, 30 und 50 Jahren sowie einen Afghanen im Alter von 28 Jahren, wie Gerichtspräsident Ferenc Biscskei auf einer Pressekonferenz erklärte. Die vier Männer waren schon am Donnerstag nahe der ungarischen Grenze zu Serbien festgenommen worden.

Bicskei widersprach der Darstellung des burgenländischen Landespolizeichefs Hans Peter Doskozil, wonach auch der Halter des Todes-Lkws unter den Verhafteten sei. Die vier Verdächtigen hätten über den Lkw verfügt und ihn benutzt, aber keiner von ihnen sei der Halter gewesen, sagte Bisckei. Nähere Angaben wollte er unter Berufung auf die laufenden Ermittlungen nicht machen.

Die ungarische Staatsanwaltschaft wirft den vier Inhaftierten gewerbsmäßigen Menschenschmuggel und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vor. Das Kreisgericht gab dem Antrag auf Untersuchungshaft statt, weil es Flucht-, Verdunkelungs- und Wiederholungsgefahr gegeben sah. Die Verdächtigen legten Berufung gegen ihre Verhaftung ein. Sie bestritten die Anschuldigungen, erklärte Bicskei.