Nach Luftangriff: Ärzte ohne Grenzen verlässt Kundus

Nach dem Luftangriff auf ein Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen (MSF) im afghanischen Kundus mit mindestens 19 Toten hat sich die Organisation aus der Stadt zurückgezogen. Die Klinik sei «nicht mehr funktionsfähig», sagte Sprecherin Kate Stegeman am Sonntag.

MSF-Mitarbeiter würden nicht mehr in dem Gebäude arbeiten. Alle Patienten seien an Gesundheitseinrichtungen in die Stadt Pul-e-Chumri in der Nachbarprovinz oder in die Hauptstadt Kabul verwiesen worden. Ob das Krankenhaus wiedereröffnet werde, sei noch unklar. 

Die MSF-Klinik in Kundus wird ausschließlich aus Spenden finanziert. Die Ärzte behandelten jeden - unabhängig von Herkunft oder Religion und boten dort kostenfreie Notfallversorgung für mehr als vier Millionen Menschen an.

Das Krankenhaus war am Samstag offenbar versehentlich von US-Bomben getroffen worden. Nach MSF-Angaben starben dabei mindestens 19 Menschen - zwölf MSF-Mitarbeiter und sieben Patienten, darunter drei Kinder. Weitere 37 Menschen seien verletzt worden. MSF verurteilte den Vorfall aufs Schärfste.