Nach Luftangriffen auf PKK 12 Polizisten in Osttürkei getötet

Bei einem Bombenanschlag in der Osttürkei sind 12 Polizisten getötet worden, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Der Angriff ereignete sich in Igdir nahe der Grenze zu Armenien.

Zuvor waren bei einem Angriff der Untergrundorganisation Kurdische Arbeiterpartei (PKK) und Gefechten im südosttürkischen Daglica in der Provinz Hakkari am Sonntag 16 Soldaten getötet worden.

Als Reaktion auf die Kämpfe bombardierten mehr als 50 türkische Kampfflugzeuge am Montagabend Stellungen der PKK im Nordirak. An den Luftangriffen seien 35 Kampfjets des Typs F-16 und 18 des Typs F-4 beteiligt gewesen, hieß es.

Laut Anadolu sollen bei den Luftangriffen mindestens 35 Mitglieder der PKK ums Leben gekommen sein. Die Angaben ließen sich aber nicht unabhängig verifizieren. Die kurdische Nachrichtenagentur Firat bestätigte die Luftangriffe, nannte aber keine Opferzahlen.

Die PKK hat Einrichtungen in den Kandil-Bergen im Nordirak. Nach den Anschlägen auf die Provinz Hakkari hatte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu versprochen, er wolle die Region «von Terroristen säubern».

Jüngsten Berichten zufolge sollen auch Zivilisten in der Osttürkei ins Kreuzfeuer geraten sein. Demnach wurden am Montag in Cizre ein 18-Jähriger und ein zehnjähriges Mädchen getötet. Weitere Menschen wurden verletzt.

Die Türkei ist seit 1984 in einen bewaffneten Konflikt mit der PKK verwickelt. Ein zwei Jahre andauernder Waffenstillstand war im Juli aufgekündigt worden. Seitdem wurden mehr als 150 Menschen in der Türkei sowie eine unbekannte Zahl im Nordirak getötet.