Nach Malanda-Tod: VfL hält an Trainingslager fest

Der VfL Wolfsburg hält nach dem Unfalltod von Junior Malanda an der Reise ins Winter-Trainingslager nach Südafrika fest. Der Tabellenzweite werde heute um 18.00 Uhr einen Tag später als geplant aufbrechen, teilte Manager Klaus Allofs mit.

Nach Malanda-Tod: VfL hält an Trainingslager fest
Peter Steffen Nach Malanda-Tod: VfL hält an Trainingslager fest

«Es war keine leichte Entscheidung, aber es ist die absolut richtige», sagte Allofs. Malanda war am Samstag bei einem Verkehrsunfall auf der A 2 bei Porta Westfalica ums Leben gekommen. Die Wolfsburger hatten daraufhin ihre Reise nach Südafrika zunächst verschoben.

«Junior wollte den Erfolg, das ist das Letzte, was wir für ihn tun können», sagte Allofs. Der Verein werde aber keinesfalls zur Tagesordnung übergehen. Malandas Tod solle in der Mannschaft aufgearbeitet werden, dafür will der Verein auch professionelle Hilfe hinzuziehen. «Alle sind total am Boden zerstört, die Spieler sind alle in einem fürchterlichen Zustand», bekannte Allofs.

Die Trauerarbeit könne möglicherweise besser in einer anderen Umgebung gelingen, nannten Allofs und Trainer Dieter Hecking einen weiteren Grund für den Beschluss für die Reise nach Südafrika. «Die Lücke ist groß», sagte Coach Hecking unter Tränen zum Verlust des hoch talentierten Mittelfeldspielers Malanda.

Der Tod von Malanda hat den VfL Wolfsburg und die Fußball-Welt in tiefe Trauer gestürzt. «Wir sind alle zutiefst bestürzt und können unsere Fassungslosigkeit kaum in Worte fassen. Wir alle haben ihn geliebt. Er war der gute Geist unserer Mannschaft und ein lebenslustiger Mensch», sagte Allofs in einer Mitteilung des Vereins. Er bezeichnete den belgischen Junioren-Nationalspieler als «exzellenten Fußballer», der erst am Anfang seiner Entwicklung stand.

«Ich kann nicht beschreiben, was in mir vorgeht und wie ich mich fühle», erklärte Trainer Hecking. «Wir haben erst gestern noch ein Gespräch mit Junior geführt und er war voller Zuversicht und Tatendrang für die Rückrunde. Es war eine Freude, mit Junior zu arbeiten und wir hatten gemeinsam noch viel vor. Ich bin unsagbar traurig.»

Noch am Abend hatten sich etliche Fans rund um die Volkswagen Arena versammelt, um gemeinsam des Mittelfeldspielers zu gedenken. Sie legten Kerzen, Bilder, Schals und Blumen nieder. Die Nachricht von Malandas Unfalltod löste in der Fußball-Welt Entsetzen aus. «Geschockt und traurig über den tragischen Tod», twitterte Weltverbands-Präsident Joseph Blatter. «Der Fußball verliert ein großes Talent. Meine Gedanken sind bei seiner Familie.» Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga, sprach den Angehörigen und Teamkollegen sein Mitgefühl aus: «Wir sind tief bestürzt über dieses tragische Unglück.»

Herbstmeister FC Bayern legte zu Beginn seines Trainings in Katars Hauptstadt Doha eine Gedenkminute ein. «Es ist schrecklich, und es ist für mich mit Worten nicht zu sagen», erklärte der Münchner Sportvorstand Matthias Sammer. Die Bayern sind zum Auftakt der Rückrunde am 30. Januar Gegner des Tabellenzweiten Wolfsburg. Offen ist noch, ob es in allen Bundesliga-Stadien zum Start der zweiten Halbserie eine Schweigeminute geben wird.

Viele Bundesligisten drückten spontan ebenfalls ihre Trauer aus. Auch etliche Profis zeigten sich betroffen, unter ihnen die Nationalspieler Jérôme Boateng, Lukas Podolski, Mario Götze, Benedikt Höwedes, Toni Kroos, Marco Reus und Kevin Volland.

Besonders groß ist die Anteilnahme in Belgien. «Der belgische Fußball verliert eines seiner größten Talente», erklärte Nationaltrainer Marc Wilmots. «Das ist ein Schock für den ganzen Verein», teilte Malandas früherer Club SV Zulte Waregem mit.

Teamkollegen vom VfL oder aus der Nationalmannschaft veröffentlichten in sozialen Netzwerken Bilder mit Malanda. «Unbeschreiblich... Welche Trauer», schrieb Vincent Kompany, Kapitän des Nationalteams. «So merkwürdig, wenn Du deinen Freund morgens noch gehört hast und dann diese Nachricht zu erfahren», twitterte Wolfsburgs belgischer Mittelfeldspieler Kevin De Bruyne. «Wir haben einen großen Freund zu früh verloren. Ruhe in Frieden, Du wirst immer bei uns sein.»

Malanda saß bei dem Autounfall bei Starkregen auf dem Rücksitz eines Geländewagens. Als das Fahrzeug ins Schleudern geriet und gegen einen Baum prallte, wurde der VfL-Profi nach Angaben der Polizei Bielefeld aus dem Wagen geschleudert. Malanda starb noch am Unfallort.